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Butterfly Effect (2004)
Eine Kritik von holgocop (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 01.12.2006, seitdem 366 Mal gelesen
Der amerikanische Ingenieur Edward A. Murphy formulierte vor mehr als 50 Jahren den Satz:
"Wenn es zwei, oder mehrere Arten gibt etwas zu erledigen, und eine davon kann in einer Katastrophe enden, so wird jemand diese Art wählen !"
Oder anders ausgedrückt:
"Alles was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen !"
Auf diesem, als "Murphy´s Law" bekannten Gesetz, basiert die Hollywood-Produktion "Butterfly Effect". Es geht um einen jungen Mann der die Fähigkeit besitzt, sich an bestimmte prägende Ereignisse seiner Vergangenheit zurückzuerinnern, und sie zu verändern. Mit fatalen Folgen.
Klingt nach einem interessanten und vor allem mal gänzlich neuen Ansatz. Nun gut, es gab diese "Simpsons - Treehouse of Horror" - Folge, in der Homer mit einem Toaster zurück in die Vergangenheit reist und erkennen muss das selbst ein getötetes Insekt aus der Kreidezeit die Zukunft komplett verändert. Ausserdem gab es da ja noch Marty McFly, der, gespielt von Michael J. Foxx, auch schon eine Spur der Verwüstung, und - wirrung, durch die drei "Zurück in die Zukunft"-Teile zog. Bruce Willis musste dann bei "12 Monkeys" leider erkennen, dass sich die Zukunft nicht verändern lässt, ein Aspekt der übrigens Terry Pratchett-Lesern auch bekannt sein müsste ("Die Nachtwache").
Allerdings versucht sich "The Butterfly Effect", im Gegensatz zu den ebengenannten Beispielen (bis auf "12 Monkeys"), an einer ernsten Auseinandersetzung mit dem Thema. Und das gelingt ihm auf überraschend gute Weise. Im Grunde hat man das Gefühl mehrere Kurzgeschichten, die jeweils Variationen einer Ausgangsgeschichte darstellen, anzusehen. Besonders positiv aufgefallen ist mir, dass man immer mehr und mehr in die Geschichte hineingezogen wird, und mitfiebert, was könnte man noch anders machen, welche Kleinigkeit könnte man verändern, um doch noch zu einem guten Ende für alle Beteiligten zu gelangen. Wobei im Endeffekt die Gewissheit bleibt, daß die Geschichte zwar veränderbar sein mag, deren Ausgang sich insofern aber kaum verändern lässt, als das aus einem schmerzlichen Ausgang kein plötzliches Happy End werden kann. Ich empfehle hierbei dringenst den (leider nur in englischer Originalsprache verfügbaren) Directors Cut, der nicht nur ein paar Handlungslücken aufzuklären vermag, als auch ein deutlich tristeres aber auch besseres Ende, jenseits aller Hollywood-Klischees, zu bieten hat.
Neben einiger Ungereimtheiten seitens der Handlung, die aber durch das abgefahrene Thema kaum ins Gewicht fallen, ist der größte Wehrmutstropfen im Paradis wohl die völlig missglückte Wahl des Hauptdarstellers. Ashton Kutcher für einen wirklich großartigen Film wie diesen zu wählen war wohl die schlechteste Entscheidung die die Casting-Agentur treffen konnte. Da kann der Regisseur im Audio-Kommentar noch so sehr betonen wie ungewöhnlich talentiert der Junge sei. Ich will nicht behaupten dass sich Herr Kutcher nicht bemüht, aber er passt nunmal gar nicht in die Rolle eines überzeugenden Charakterdarstellers. Soll er doch lieber einen 2. Dumpfbackenfilm wie "Ey Mann, wo ist mein Auto" machen, da wäre er besser aufgehoben.
Insofern wirklich schade, als dass ich dem Film wirklich gerne 9 Punkte gegönnt hätte. So reicht es aber nur 8 für die Kinofassung und 8,5 für den Director´s Cut. Trotzdem ein Film den man unbedingt mal gesehen haben sollten, eben weil er einer der interessantesten und innovativsten der letzten Jahre ist.
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