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Butterfly Effect (2004)
Eine Kritik von Batzman (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 09.08.2004, seitdem 658 Mal gelesen
Ach wie schön. Ein neuer Eintrag in die Reihe von "Ich reise in die Vergangenheit zurück und verbessere damit die Gegenwart"-Filmen. Das dies in den meisten Fällen nicht hinhaut, hat man ja schon in Stephen Fry's "Making History" nachlesen dürfen. Dennoch sind die Implikationen und Gedankenspiele die solche Storys mit sich bringen durchaus faszinierend.
In diesem Fall betrifft es das Leben des Mittzwanzigers Evan Treborn, dargestellt von Ashton Kutcher - dem Wes Bentley Look-a-like, das ansonsten eher durch Sachen wie "Hey dude, where is my car" unangenehm aufgestoßen ist. Evan hatte eine etwas verkorkste Kindheit, angefüllt mit Gewaltphantasien, sexuellem Mißbrauch, Rowdietum und Randale - zudem litt er seit dem siebten Lebensjahr an unerklärlichen Blackouts. Zur Behandlung derselben, wird ihm von ärztlicher Seite geraten Tagebuch zu führen um sein Gedächtnis zu trainieren.
Als sein Leben zu Collegezeiten eine unerfreuliche Wendung nimmt, findet er heraus das er die Fähigkeit besitzt, durch das Lesen der alten Tagebücher in die Momente die dort beschrieben werden zurückzukehren. Ab diesem Moment beginnt eine Reihe von alternativen Realitätsentwürfen, die eine bunte Mischung aus Back to the Future 2, 12:01 und Groundhog-Day bilden.
Im Gegensatz zu den o.g. Filmen ist Butterfly Effect jedoch um einiges finsterer.
Jede kleine Veränderung die Evan im Ablauf der Dinge einfügt, lässt seine Realität scheusslicher werden. Das der Film dennoch nicht so moralinsauer, schwergängig und selbstgerecht daherkommt wie der hoffnungslos überschätzte Donnie Darko - dessen religiöse Untertöne mir ziemlich auf die Nerven gingen, zusammen mit seiner "Ich bin tiefsinnig"-Haltung - liegt wohl an den Regisseuren. Dasselbe Gespann zeichnete als Schreiber auch für den überaus unterhaltsamen, temporeichen und schwarzhumorigen Final Destination 2 verantwortlich. Dank ihnen durchzieht den gesamten Film, trotz seiner düsteren Weltsicht eine grimmige Ironische Note. Man schaut nicht deprimiert zu, sondern gespannt wie Evan panisch versucht alles richtig zu machen und sich dabei immer tiefer in die Grütze reitet.
Warum dieser unterhaltsame Mainstreamer bei der etablierten Kritik derartig durchgefallen ist - denselben Leuten die Lost in Translation in den Himmel loben - bleibt mir verschlossen. Die Cast ist ausgesprochen gut gewählt, die Kinderdarsteller beweisen einmal mehr, das jugendliche Darsteller nicht automatisch so gesichtsparalysiert agieren müssen wie Harry Potter Daniel Radcliffe und selbst Hauptrolle Ashton Kutcher macht seien Sache recht ordentlich. Die ihm vorgeworfene Knallchargerie entspringt wohl eher dem verständlichen Ekel der Kritik vor seinen früheren Werken, denn der tatsächlichen Leistung in diesem Film.
Butterfly Effect kommt ohne größere Spezialeffektorgien aus, besticht aber dennoch mit einer ansprechenden Kameraführung und hübschen Farbdramaturgie. Von Beginn an strahlt der Film eine ungute Grundstimmung aus, ohne sich in pseudophilosphischem Gehabe zu verlieren. Das er nebenbei noch Klassiker wie Halloween zitiert und sich in seiner verspielten Haltung trotz allem Drama nie 100% ernst nimmt, macht ihn sehr leicht goutierbar und sicherlich auch beim wiederholten Ansehen spassig.
Wenn man dann noch bedenkt, das der Directors-Cut - im Gegensatz zur gemässigten Kino-Version des Films - mit einem überaus schwarzen und unhollywoodesken Ende aufwartet, dann kann man The Butterfly Effect wirklich nur empfehlen.
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