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Butterfly Effect (2004)

Eine Kritik von Dionysos (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 27.08.2004, seitdem 687 Mal gelesen


Vorsicht, Spoiler!

In der Chaos-Theorie heisst es, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings für einen Orkan verantwortlich sein kann, wenn man die kausalen Zusammenhänge nur weit genug zurückverfolgt.
Wie verändert sich mein Leben, wenn ich die Möglichkeit hätte, eine getroffene Entscheidung abzuändern ?
In wie weit kann ich das Chaos, dass unser Leben bestimmt, beeinflussen ?
Welche weiteren Konsequenzen könnte ein solcher Eingriff in das menschliche Schicksal haben ?
Grundsätzlich ist die Thematik von "The Butterfly Effect" nichts wirklich innovatives, doch der Aufbau des Plots ist sehr ungewöhnlich geraten: Nach einer kurzen Einleitung werden wir in die Kindheit des Protagonisten entführt: Zunächst als sieben-, später als dreizehnjähriger, erlebt Evan mehrere traumatische Ereignisse, die allesamt nicht nur sein eigenes, sondern vor allem auch das seiner Freunde Thommy, Lenny und seiner späteren grossen Liebe Kayleigh entscheidend beeinflussen. Leider kann sich Evan an keines dieser Ereignisse erinnern, da er genau zu diesen Zeitpunkten kurzzeitige Gedächtnisverluste erlitten hatte. Jahre später versucht er diesen Begebenheiten auf den Grund zu gehen, sucht unter anderem Kayleigh auf, die aber genau wegen dieser Erinnerungen für ihr Leben gezeichnet ist - und kurz darauf Selbstmord begeht. Geplagt von Schuldgefühlen stellt Evan schliesslich fest, dass eine Beeinflussung der Vergangenheit tatsächlich möglich ist, doch wie gesagt: Die Folgen sind unabsehbar.
Besonders positiv anzumerken ist in erster Linie, dass hier auf pseudo-wissenschaftliche Erklärungen fast vollständig verzichtet wird. Stattdessen wird das Prinzip der Zeitreise hier als rein psychologisches Phänomen betrachtet - eine durchaus interessante Sichtweise, die aber mit genau den selben Logikfehlern hadern muss wie alle anderen Filme übers Zeitreisen.
Auch sind die veränderten Gegenwarten manchmal so grotesk, dass sie fast schon unfreiwillig komisch wirken, doch darüber kann man getrost hinwegsehen, denn spannend ist das ganze immer, weil man sich ständig fragen muss: Wie soll dieser Wahnsinn jemals ein Ende nehmen ? Ich kann verraten: Diese Frage wird zwar sanft, aber durchaus zufriedenstellend beantwortet.
Vermisst habe ich bei dieser Erzähl-Variante nur einen Aspekt: Die Folgen der Vergangenheitsänderungen für den Zeitreisenden selber - abgesehen von gelegentlichem Nasenbluten scheint er alles sehr locker wegzustecken. Eine intensivere Betrachtung hätte dem Charakter deutlich mehr Tiefe verliehen. Aber auch so kann er dank eines (für mich überraschend) sehr gut aufgelegten Ashton Kutcher absolut überzeugen. Alle anderen sind kaum erwähnenswert, insbesondere Amy Smart wirkt in ihren relativ wenigen Szenen ziemlich lustlos. In meinen Augen leider eine Fehlbesetzung.

Der Film nähert sich der sehr komplexen Thematik gemächlich, aber im zunehmenden Handlungsverlauf immer spannender. Wer bereit ist, diverse Handlungs- und Logiklücken zu ignorieren, wird sich bestens unterhalten fühlen.
8/10


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