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Butterfly Effect (2004)

Eine Kritik von killerwombat (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 31.08.2004, seitdem 370 Mal gelesen


---+++***Leicht angespoilert***+++---

Nach Michael J. Fox und der steirischen Eiche tritt nun auch MTV-Profi-Verarscher und Krawall-Komödiant Ashton Kutcher die Reise durch die Zeit an, um die Gegenwart lebenswerter zu machen. Freilich tun sich auch in diesem Anlauf, durch nachträgliche Prävention die Zukunft zu verändern, Probleme auf. Jedoch sind diese in "Butterfly Effect" wesentlich komplexer als in den vorher genannten Streifen. Weniger kryptisch als in "Donnie Darko" sondern mehr auf die faktischen Ergebnisse von Manipulation der Vergangenheit in zahlreichen Facetten bedacht, ist auch die Handlung nicht in drei Sätzen zusammenzufassen:

Der Film beginnt mit der Kindheit und frühen Jugend von Kutchers Charakter Evan Treborn. Er lebt mit seiner Mutter allein, denn der Vater sitzt in der Klapsmühle. Dies wird zum Problem, als sich bei Evan immer wenn es spannend wird Blackouts einstellen und man so um Evans mentale Gesundheit fürchtet. Zur Therapie wird der Mutter empfohlen, Evan Tagebücher führen zu lassen, die später den Kern der Handlung bilden werden. Nachdem ein gut gemeintes Treffen mit dem Vater disaströs endet, ziehen Mutter und der 13-jährige Sohn um, weg von den dunklen Erinnerungen und weg von den schwarzen Löchern in Evans Gedächtnis. Aber auch weg von der beidseitig köchelnden aber noch nicht ausgelebten Sandkastenliebe zwischen Evan und Kayley, die mit Bruder Tommy alles andere als eine wohlbehütete Kindheit erlebt.
Jahre später entdeckt Evan mit Hilfe der Tagebücher, dass sich hinter seinen Blackouts schreckliche Erlebnisse verbergen, die er nacherleben kann, wenn er den Eintrag des entsprechenden Tages liest. Schnell erkennt er, dass auch Kayleys Leben von diesen Ereignissen auf schreckliche Weise betroffen war und ist. Als er sie hierzu zur Rede stellt, kommt es zur Katastrophe, die es nun wieder gerade zurücken heisst. Dies scheint Anfangs kein Problem zu sein, denn Evan entdeckt, dass er mit den Tagebüchern nicht nur die Vergangenheit nacherleben, sondern auch verändern kann! Und so erreicht Evan mit der ersten Zeitreise gleich sensationelle Resultate - allerdings nur auf den ersten Blick, denn jeder Eingriff bringt neben der positiven Wandlung auch eine unwägbare Reihe an negativen Konsequenzen mit sich. Mit jeder Veränderung verschieben sich neben dem direkten Ziel auch zahlreiche unerwartete Variablen, die vorher für Evan nicht abschätzbar waren. So ufern Evans Korrekturversuche immer weiter aus, die zwar die Schicksale der Menschen in seinem Leben von Grund auf ändern, doch scheinbar gibt es keinen Weg, die Vergangenheit so zu gestalten, dass die Gegenwart tatsächlich für alle "besser" wird.

Während Kutchers Charakter Evan zwischen den Zeitebenen wandert, betritt der junge Mime auch selbst genretechnisch Neuland. Bis jetzt als überdrehter MTV-Moderator bekannt und filmisch eher auf der Suche nach seinem Auto unterwegs, liefert Kutcher eine tadellose Leistung ab. Seine Kollegen stehen ihm hier in nichts nach, weder die exzentrischen noch die bodenständigen Rollen.
Die leichte Klammerung der Handlung mit dem kurzen Vorgriff am Anfang, spiegelt den Verlauf der Story wieder: Es scheint ein wenig so, als hätte man beim Schreiben des Drehbuchs sehr wohl gewusst, wie man die Story beginnen und beenden wollte. Dazwischen liess man einfach mal den Griffel fliegen und kam auf wundersame Weise genau da raus, wo man zu Anfang gehofft hatte. Für diesen Film, der als Thema die Unwägbarkeit der Konsequenzen des Handelns hat, funktioniert dies äusserst gut. Der Handlungsverlauf wirkt ungezwungen und nicht zwanghaft konstruiert oder auf ein fest geplantes Ende hingetrimmt. Auch Logiklöcher, die einen Zeitreisefilm stets bedrohen, sind mir nicht aufgefallen.

Von mir bekommt der Film 8/10 Punkten. Die Story ist interessant und so glaubwürdig, wie Zeitreisefilme eben sein können. Leichte Abstriche in der Wertung gibt es, weil die Wandlungen der Figuren stellenweise ein wenig zu abrupt sind, so dass es beim Zusehen ein bisschen "holpert".


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