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Butterfly Effect (2004)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 24.10.2004, seitdem 868 Mal gelesen
„Butterfly Effect“ ist ein unterhaltsamer Beitrag zum Thema Zeitreisefilm, der zu den besten aktuellen Vertretern dieses Subgenres gehört.
Student Evan Treborn (Ashton Kutcher) hat in seiner Kindheit seltsame Blackouts gehabt, kann aber über seine Tagebucheintragungen in die Zeit zurückkehren, wie er eines Tages feststellt. Doch jede kleine Veränderung kann schwere Folgen für die Zukunft (bzw. Evans eigentliche Gegenwart haben) – ähnlich wie die Theorie, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings an einem Ort einen Sturm an einem anderen Ort auslösen kann, wenn man den Titel verstehen möchte.
Doch bevor der Zuschauer Evans Fähigkeit wirklich kennen lernt, erfährt man einiges über sein Leben als Kind. Der junge Evan (Logan Lerman) wächst mit seiner allein erziehenden Mutter auf, da sein Vater erst ähnliche Blackouts hatte und nun verrückt in einer Anstalt sitzt. Seine besten Freunde sind Lenny Kagan (Jake Kaese), Kayleigh Miller (Sarah Widdows) und ihr Bruder Tommy (Cameron Bright). Doch die Kinder begehen einige folgenschwere Fehler mit fatalen Folgen: Tommy entwickelt sich zum psychopathischen Schläger, Lenny zieht sich mit psychologischem Knacks zurück und Evan wird von seiner Mutter quasi zum Umzug gezwungen. Das Bild, welches „Butterfly Effect“ von Evans Kindheit zeichnet ist böse bis zum geht nicht mehr, sodass man gar nicht recht glauben mag, dass dieser Film aus Hollywood kommt.
Evan sieht sich seine alten Tagebücher an und fasst den Entschluss die inzwischen erwachsene Kayleigh (Amy Smart) zu besuchen, um mit ihr über die schmerzliche Kindheit zu reden. Doch nach dem Gespräch begeht sie Selbstmord. Evan nutzt darauf seine Fähigkeit zum ersten Mal, um die Geschichte zu verändern und Kayleigh dieses Schicksal zu ersparen. Doch welche Auswirkungen hat sein Eingriff wirklich?
„Butterfly Effect“ ist definitiv eines der bösesten Werke aus Hollywood und selbst das Ende der Kinofassung ist kein wirkliches Happy End, sondern trotzt dem Helden ein ziemliches Opfer ab. Doch vor allem die Schilderung der Kindheit erreicht besondere Dramatik durch ihre Schonungslosigkeit, auch wenn der Film nichts für Zartbesaitete ist: Kindesmissbrauch, unglaublich sadistische Blagen, gewaltsame Todesfälle vor den Augen der Kinder usw. Doch diese Elemente werden nie für den reinen Schauwert ausgebeutet, sondern verleihen „Butterfly Effect“ eine gewisse Tiefe (auch wenn es klar ein Unterhaltungsfilm bleibt).
Die Geschichte ist an sich recht spannend und erhöht ihr Tempo sehr langsam: Die Einleitung dauert sehr lange und auch nach Evans erstem Eingriff in die Geschichte lässt sich der Film viel Zeit. Doch jeder Eingriff bringt größere Probleme und bei den Versuchen dies nachzubessern macht Evan alles nur noch schlimmer. Dementsprechend werden Zeitreisen gegen Ende immer häufiger und quasi alles spitzt sich zu: Die physischen wie psychischen Auswirkungen auf Evan, die immer vertrackter werden Ausgangssituationen. So baut „Butterfly Effect“ auch eine immer größere Spannung auf und der Zuschauer erlebt immer wieder Überraschungen, wenn Evan in die veränderte Gegenwart zurückkehrt.
Zu meckern gibt es allerdings auch ein wenig. So ist das Muster doch leicht durchschaubar (Problem, Zeitreise zum Beheben, neue Probleme und immer so weiter), wodurch der Film etwas formelhaft wirkt. Wie viele Zeitreisefilme hat auch „Butterfly Effect“ ab und zu mit der Logik zu kämpfen, aber das haben ja selbst Klassiker wie die „Terminator“-Saga. Nur die Stigmata-Szene im Gefängnis ist ein wirklich offensichtlicher Logikfehler, aber ansonsten bemüht sich „Butterfly Effect“ soweit es geht um Nachvollziehbarkeit.
Ashton Kutcher liefert hier eine ziemlich gute Leistung ab, die man ihm gar nicht zugetraut hätte und auch Amy Smart erweist sich als sehr wandelbar. Besondere Erwähnung verdient aber der mal wieder groß aufspielende Elden Henson und auch Eric Stoltz beweist gewohnte Klasse. Die Nebendarsteller liefern auch alle ziemlich überzeugende Performances ab.
„Butterfly Effect“ ist ein ungewöhnlicher, recht dramatischer und spannender Zeitreisefilm, der mit einer sehr bösen Machart aus der Masse an Hollywoodfilmen heraus sticht. Allerdings ist das Strickmuster etwas durchschaubar und die Logik lässt den Film an einigen Stellen im Stich.
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