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S.W.A.T. - Die Spezialeinheit (2003)
Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 14.05.2007, seitdem 362 Mal gelesen
Im Jahre 2003 sah es mit Actionfilmen auf Kinoniveau sehr mager aus, daher ist " S.W.A.T - Die Spezialeinheit " einer der besten Beiträge des Genres. Serienregisseur Clark Johnson inszeniert seinen zweiten Spielfilm gleich auf gutem A-Niveau. Der Film kam aber nur bedingt bei den Fans an, das lag vielleicht einerseits an der PG-13 und andererseits, dass man hier zu stark um Realismus bemüht ist. Ich bin an den Film ohne große Erwartungen rangegangen, war mir aber ziemlich sicher, dass es sich nur um ein neumodisches, aber typisches Mainstreamprojekt handelt. Wie schön dass ich in dieser Beziehung enttäuscht wurde. Es gibt zwar einige Macken, aber " S.W.A.T. " bietet schnörkellose Actionunterhaltung, sogar auf einem guten Niveau angesiedelt.
Story:
Wegen eigenmächtigen Handels werden Jim Street ( Colin Farrell ) und sein Partner Brian Gamble ( Jeremy Renner ) aus der Spezialeinheit geschmissen. Brian kündigt gleich ganz den Dienst, während Jim eine neue Chance von Sgt. Hondo ( Samuel L. Jackson ) geboten bekommt. Dieser soll eine junge Spezialeinheit auf die Beine stellen. Deren Einsatz wird auch bald benötigt, denn der Kriminelle Alex Montel ( Olivier Martinez ) befindet sich in polizeilichem Gewahrsam und soll in einem Hochsicherheitstrakt verlegt werden. Doch auf seine Befreiung sind 100 Millionen Dollar ausgesetzt und so gibt es massenhaft Anschläge auf das junge Team. Auch Gamble will den großen Coup wagen und Jim steht ihm bald gegenüber.
Man ist hier sehr um Realismus bemüht, doch zuviel davon tut so einem Actioner auch nicht gut. Die Story ist dabei sehr ordentlich geworden und verzichtet auf die üblichen Klischees und kommt ohne Längen aus. Das Training der jungen Einheit nimmt erstmal die erste Hälfte des Films in Anspruch, aufgepeppt durch etwas Humor und ein paar coole Sprüche. Aber den Pathos und das Machogehabe lässt man fast völlig ausser Acht und das ist in meinen Augen ein dicker Pluspunkt. Selbst den Charakteren verleiht Johnson Tiefe, indem er kleine Einblicke ins Familienleben von jedem Einzelnen gewährleistet. Aber ausbauen kann er die einzelnen Figuren nicht, es gibt zuviele davon und die restliche Story darf nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. So kümmert man sich hauptsächlich um Jim Street und lässt sogar die Lovestory ganz aus.
Die Optik ist auf Hochglanz poliert, nervt aber nicht mit einer Wackelkamera, sondern zeichnet sich durch eine ruhige Führung aus. So bekommt der Zuschauer keine Augenschmerzen und fühlt sich trotzdem als wäre er mittendrin. Der Score hält eine nette Mischung aus Rap, Hip Hop und Rock bereit. Die ewige Stadtkulisse erweist als zu eintönig.
In der ersten Hälfte gibt es an Action nicht viel zu sehen. Ein paar vereinzelte Shootouts, die Übungen während des harten Trainings. Hier hält man sich noch an die Realität, doch sobald die Einheit ihre ersten Aufträge bekommt, lässt Johnson die Realität außer Acht und liefert vor allem im Finale tolle Popcornaction, welche auch den Hang zur Übertreibung manchmal nutzt. Die Schießereien liefern viele Sachschäden, nur der Bodycount hält sich im Rahmen, doch für eine PG-13 tobt man sich ordentlich aus. Es gibt halt keinerlei blutige Einschüsse zu sehen, Blut ist Mangelware und die störende Tatsache am Ende, dass der finale Fight sich im Dunkeln abspielt. Manch eine Actionszene kommt auch zu kurz daher, aber insgesamt kann man sich nicht beklagen. Die Choreographien sind handwerklich sauber und man kommt ohne CGI aus, zudem ist der Munitionsverbrauch sehr hoch.
Die überzeugenden Darsteller können noch einiges reissen. Colin Farrell agiert sympatisch und wirkt überhaupt nicht deplatziert. Samuel L. Jackson ist von mir immer gern gesehen. Er kann so ziemlich jede Rolle einnehmen. Auch hier ist eigentlich er die Nummer eins. Michelle Rodriguez steht mal wieder erfolgreich ihren Mann und LL Cool J zeigt, dass es auch Rapper gibt, die gut schauspielern können. Mit allen Darstellerleistungen kann man hier hoch zufrieden sein.
Fazit:
Kein großer Wurf, aber ein um realismus bemühter Actionkracher mit guter Story, recht spannend in Szene gesetzt. Die Darsteller agieren auf einem erfreulich hohem Niveau. Die Action könnte noch ausufernder sein, stellt aber größtenteils zufrieden. Optik, Score sind gelungen, trotz dieser Tatsachen gibt es doch kleinere Macken, über die man einfach hinweg sehen muss. Der Film macht Spass und unterhält gut. Meine Erwartungen wurden übertroffen. Für sieben Punkte ist der Film zu gut, für acht reicht es nicht ganz, also entscheide ich mich für die Mitte. 7,5 Points.
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