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Out of Time - Sein Gegner ist die Zeit (2003)

Eine Kritik von Dusk (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 11.03.2004, seitdem 515 Mal gelesen


Die Werbezeile dieses Films lautet: „Wie überführst Du einen Mörder, wenn alle Beweise Dich selbst belasten?“ Das weckt eine ganz bestimmte Erwartung, besonders wenn Oscar-Preisträger Denzel Washington (Training Day) in einer Thrillerkomödie von "High Crimes" - Regisseur Carl Franklin eine weitere Kostprobe seines Könnens liefert.

Ich will über "Out of Time" nicht zuviel verraten, um nicht die aberwitzig vielen Plotwendungen vorwegzunehmen. Deshalb nur soviel: Matt Whitlock (Denzel Washington) ist der Polizeichef des verschlafenen Provinznests Banyan Key in Florida. Die Ehe mit Polizeikollegin Alex (Eva Mendes) steht kurz vor der Scheidung. Das öffnet dem guten Matt Tür und Tor für eine Affäre mit seiner Jugendliebe Ann Harrison (Sanaa Lathan). Ann wiederum wird von ihrem brutalen, eifersüchtigen Ehemann Chris (Dean Cain) misshandelt. Diese Personen sind die Protagonisten in einer Intrige, in deren Verlauf Matt plötzlich als Mordverdächtiger dasteht. Er ist gezwungen, sämtliches belastendes Material gegen ihn selbst verschwinden zu lassen und gleichzeitig den Fall zu lösen. Damit wird Matt vom Jäger zum Gejagten, und seine Noch-Frau Alex lässt ihm mit ihren Ermittlungen im selben Fall keine Minute zum Verschnaufen. Immer enger zieht sich die Schlinge um Whitlock, und ihm geht im wahrsten Sinne des Wortes „die Zeit aus“.

Denzel Washington gibt nach seinem Bad-Boy-Auftritt in „Training Day“ einen sympathischen „Verbrecher“, der durchaus Vergebung verdient. Abermals eine glänzende Präsentation und zugleich eine neue Variante in seinem Repertoire. Selten hat man den Superstar ähnlich komisch und selbstironisch gesehen.
Eva Mendes liefert in der Rolle der Ex-Frau eine durchaus gute Vorstellung. Leider fällt sie manchmal hinter ihrem Aussehen zurück und sorgt –typisch amerikanisch- für die Möglichkeit einer passenden moralischen Auflösung.
Sanaa Lathan spielt die Femme Fatale der Manipulation glaubwürdig. Ihre Rolle leidet ein wenig, da ihr das Drehbuch wenig Raum gibt. Der Zuschauer ahnt bald, dass hier nicht alles so ist, wie sie sagt.
John Billingsley (auch bekannt als außerirdischer Schiffsarzt im neuesten Star Trek-Ableger "Enterprise") sorgt für die witzigen Kommentare und liefert den obligatorischen Sidekick.

"Out of Time" ist eine typische Thrillerkomödie im Stil der „Crime Movies“ der 40er. Bei aller Spannung, Bedrohung und Boshaftigkeit offenbart sich nichts, was wir nicht bereits gesehen hätten. Die Regie konzentriert sich auf Handwerkliches und liefert keine neuen Lösungsansätze. Carl Franklin bewegt sich innerhalb der Konventionen des Genres, ohne sie irgendwo aus den Angeln zu heben. Zugute halten muss man, dass ein durchschnittlicher Stoff etwas besser und klüger als gewohnt inszeniert wird. Wie so oft stecken Charme und Entertainment eher im Detail: Der Film hat (nach dem gemächlichen Entree) ein durchweg hohes Grundtempo und ist elegant und witzig inszeniert. Die Kamera stützt dieses Tempo gut: man erlebt turbulente Verfolgungsjagden, etwa ein kurioses Durcheinander in einem Treppenhaus. Allein diese Szene erinnert an alte Tugenden der Traumfabrik.

„Out of Time“ als Neo-Noir-Film kombiniert eine stylsichere Inszenierung, ein gutes Maß an Humor und vor allem schnelles Tempo. Das gewisse Etwas vermisst man leider, auch wenn er durchaus Spaß macht. Daher 6 von 10 Punkten.


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