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Memories of Murder (2003)

Eine Kritik von --- (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 26.11.2006, seitdem 309 Mal gelesen


Story:
Am 23. Oktober 1986 wird der Körper der hübschen Hyang-Sook in der ländlichen Umgebung der Gyunggi Provinz gefunden. Sie wurde brutal ermordet und misshandelt und dann in der Nähe eines Feldweges zurückgelassen. Schnell hat die örtliche Polizei mit den ermittelnden Park Doo-Man (Song Kang-Ho) und Jo Young-Goo (Kim Nae-Ha) den geistig behinderten Kwang-Ho (Park No-Shik) als Hauptverdächtigen ausgemacht. Von Kwang-Ho Hyang-Sook ist bekannt, dass er sie immer auf Schritt und Tritt verfolgt hat. Er selbst versteht aber nicht alles und aus Angst, dass die Polizisten weiter ihre brutale Befragung an ihm fortsetzen, sagt er aus und man sieht ihn als Täter.
Da sie ziemlich mediengeil sind und man es allen beweisen will, wird der Mord am Tatort nachgespielt. Doch es geht daneben, was daneben gehen kann und durch den Mediendruck müssen sie Kwang-Ho frei lassen. Kurz danach taucht erneut eine Frauenleiche auf, genauso zugerichtet wie das erste Opfer. Detective Seo Tae-Yoon (Kim Sang-Kyung) aus Seoul, der freiwillig zur Unterstützung angereist ist erkennt, dass Kwang-Ho jedoch nicht der Mörder sein kann.
Die Jagd auf den wahren Mörder beginnt und das grosse öffentliche Interesse an dem Fall sorgt dafür, dass die Detectives immer mehr unter Druck geraten, viele falsche Verdächtige bearbeiten und schnell richtige Ergebnisse brauchen. Derweil tauchen weitere Leichen auf...


Kritik:
Memories Of Murder beruht auf einer wahren Begebenheit und wurde sehr gut inszeniert. Der Film lebt insbesondere von der Atmosphäre der Szenerie und der äußert guten Darstellung der verschiedenen Charaktere. Besonders sticht der von Park No-Shik gespielte geistig zurückgebliebene Kwang-Ho heraus. Er spielt die Behinderung beeindruckend glaubwürdig.
Regisseur Bong Joon-Ho gibt mit diesem Werk auch einen Einblick auf das Korea der 80er Jahre: Er verdeutlicht, wie unbehilflich doch die örtliche Polizei war und wie unkoordiniert ermittelt wurde und man neidisch auf Amerika und das FBI war. Auch die sogenannten "Blackouts" und "Militärparaden- und Übungen", die an der Tagesordnung waren, hat er inszeniert. Ebenfalls die gesundheitliche Situation in der Bevölkerung (kein Gesundheitssystem) lässt er nicht außer Acht.
Richtig atmospährisch wirken die vielen Regenszenen, natürlich vor allem auch die an den Tatorten. Loben muss man auch die Maske, die die Leichen wirklich schaurig echt ausschauen ließ. Spoiler:
Besonders die seit Wochen vermisste und wie sie dann auf dem Untersuchungstisch liegt...


Der aus Südkorea stammende Kriminalfilm war in seiner Heimat einer der großen Boxoffice-Hits 2003 und heimste sogar international gute Kritiken ein.
Auch ich kann ihm jedem Korea- bzw. Asia-Filmfan und denjenigen empfehlen, die sich mal einen etwas anderen, anspruchsvollen Thriller ansehen wollen. Die gründliche, langsame Erzählweise, die zu der Länge des Films führte, kann man sowohl positiv als auch negativ auslegen. Die Story und ihre Wendungen haben mich insofern beeindruckt, da sie nicht erfunden sind. Dennoch bekommt der Film nicht die Höchstpunktzahl von mir, da ich der Meinung bin, dass man durchaus noch etwas mehr Spannung hätte herauskitzeln können.
Ach ja, wie Hasendeddy schon sagte, der Abspann bietet wirklich nochmal schöne Bilder.

Film: 9/10


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