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Memories of Murder (2003)
Eine Kritik von Grüne Spritze (Bewertung des Films: 9/10) eingetragen am 14.08.2004, seitdem 296 Mal gelesen
Dass aus Südkorea derzeit die interessantesten Filme weltweit kommen, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben und hat seinen vorläufigen Höhepunkt im grandiosen Old Boy von Park Chan-wook gefunden. Es ist schon beinahe beängstigend, dass so viele koreanische Blockbuster der letzten zwei bis drei Jahre sich optisch, technisch und natürlich schauspielerisch in der absoluten Spitzenklasse befinden. Eine armselige Filmnation wie Deutschland kann davon nur träumen, und auch Hollywood könnte sich mal einige dicke Scheiben davon abschneiden (stattdessen wird dort nur ein Remake nach dem anderen von neueren koreanischen Filmen geplant – Recycling statt neuer Ideen).
Im Falle von Memories of Murder ist die Story um drei charakterlich völlig verschiedene Polizisten, die zur Zeit der Militärdiktatur in Südkorea in den 80er Jahren Jagd auf einen Frauenmörder machen, wieder einmal sehr schwer in ein gängiges Schema zu pressen, was durchaus typisch für einen koreanischen Film ist. Teils Krimi, teils Serienmörder-Thriller, teils schwarze Komödie (mit einem sehr schrägen Humor, bei dem einem mehr als einmal das Lachen im Halse stecken bleibt), teils Drama und teils politischer Kommentar auf die damalige Zeit (und die skrupellosen Ermittlungsmethoden der Polizei) – das ergibt einen ziemlich eigenartigen und gewöhnungsbedürftigen Genre-Mix, den man als westlicher Zuschauer erst mal verdauen muss. Trotz gut zwei Stunden Spieldauer weist Memories of Murder keine Längen auf und gefällt mir fast genauso gut wie Save the Green Planet, der auf ähnliche Art unterschiedliche, teils auf den ersten Blick nicht zusammenpassende Genres durcheinanderwirbelt. 8,5/10
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