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Ong-bak (2003)

Eine Kritik von Der Sittenstrolch (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 20.12.2004, seitdem 325 Mal gelesen


Weil der Kopf des Dorfgötzen Ong-Bak gestohlen wird, macht sich der junge und naive Ting (Tony Jaa) nach Bangkok auf, um ihn zurückzuholen. Dort trifft er als erstes George (Perttary Wongkamlao) wieder, einen früheren Bewohner seines Dorfes, der inzwischen ein Leben als Gauner führt und mit seinem alten Leben nichts mehr zu tun haben will. Auf der Suche nach dem Kopf findet sich Ting schnell in der thailändischen Unterwelt wieder, in der in einem Fight Club illegale Kämpfe veranstaltet werden. Ting will zwar nicht kämpfen, aber man läßt ihm keine andere Wahl. Und er ist der beste...

Die Story ist 08/15. Nichts, was man nicht schonmal in irgendeinem anderen asiatischen Film gesehen hätte. Die Schauspieler spielen für asiatische Verhältnisse angenehm unübertrieben, reißen aber auch keine Bäume aus. Und dann wäre da noch die Filmmusik - in einigen Szenen einfach unangebracht harmlos und für westliche Ohren absolut nicht gelungen, aber da variieren die Geschmäcker wohl. Soviel gibt es zu kritisieren.

Der Rest des Films ist spitze. Allem voran die sehr langen, fantastisch choreografierten Kämpfe. Diese kommen ganz ohne Special Effects aus und wirken verdammt hart und echt. Matrix-Action oder Leute, die über Baumwipfel springen können, sucht man hier vergebens. Stattdessen rennt Ting schon lieber über die Köpfe einer Horde von Gegnern. Es ist fantastisch, welch ein toller Athlet Tony Jaa ist und was er teilweise für Aktionen zeigt. Dazu sind die Szenen so realistisch gemacht, daß man beim Zuschauen echte Adrenalinstöße bekommt. In Ong-Bak wirkt ein Tritt in die Fresse auch so, wie man es sich im wahren Leben vorstellt. Daß die Aktionen manchmal noch zweimal aus anderen Perspektiven gleich danach wiederholt werden, fand ich auch interessant und überhaupt nicht störend. Tings Gegner steigern sich kontinuierlich. Vom einfachen Straßengangster über US-MMA-Kämpfer bis zu gedopten und schmerzunempfindlichen Kampfmaschinen. So ist für reichlich teilweise aberwitzige Unterhaltung gesorgt, obwohl der Film ansonsten eher ernst ist.

Sehr überraschend ist im Übrigen die FSK-Freigabe ab 16. Manche andere Filme haben Probleme, die 18er-Freigabe zu bekommen, obwohl man Gewalt vergeblich sucht. Ong-Bak umgeht übertriebene Gewalt auch anfangs. Im Laufe des Films steigert sich das Ganze dann aber und man bekommt auch noch Blut und gebrochene Knochen zu sehen.

Fazit: Nicht sehr originell, aber ein Kampfsport-Augenschmaus. Wäre die Geschichte etwas besser, hätte es für noch mehr Punkte gereicht.


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