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Ong Bak (2003)

Eine Kritik von Der Pate (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 19.04.2005, seitdem 624 Mal gelesen


Die Menge tobt. Der Kämpfer schüttelt seine Mähne, zeigt seine Muskeln und grinst. Natürlich wird er auch dieses Würstchen aus der Provinz auf die Bretter hauen. Er nimmt Anlauf, sein unscheinbarer Gegner macht eine kurze Bewegung, dann ist der Kampf zu Ende. Der Mann mit den Zotteln rührt sich nicht mehr. Tings (Tony Jaa) erster Fight im Sündenbabel Bangkok ist für die Zuschauer eine gelungene Überraschung. Der Junge vom Land musste nicht einmal seine Tasche ablegen um seinen scheinbar übermächtigen Gegner mit nur einem Schlag fertig zumachen. Aber Ting ist nicht hier, um zu kämpfen Er sucht "Ong-bak", genauer dessen Kopf. Den hat ein windiger Kunsthändler der Buddha Statue abgehackt, um ihn in Thailands Hauptstadt zu verhökern. Jetzt ist der Schutzheilige des Dorfes ohne Haupt. Die Gemeinde fühlte sich unzureichend behütet und schickte den jungen Ting, um den frechen Dieb, samt Beute zu überführen. Als Ting den Taugenichts in der Menge entdeckt und ihm folgen will, stellt sich ihm ein neuer Herausforderer in den Weg. Auch er hat eine bemerkenswerte Frisur und verfügt zudem über eine ausgezeichnete Kampftechnik – Die zweite Auseinandersetzung wird länger dauern.

Schon der Beginn von Prachya Pinkaews ("Dark Side Romance") "Ong-bak" ist atemberaubend, wenn man sieht wie eine Horde Kämpfer, die wie Steinzeitkrieger aussehen, einen weitverzweigten Baum erklimmen, um an dessen Spitze ein im Wind flatterndes Tuch zu erbeuten. Wie reife Äpfel, fliegen die weniger Geschickten von den Ästen, wobei natürlich von ihren Gegnern kräftig nachgeholfen wird. Dies ist der Auftakt zu vielleicht DEM Kampfsportfilms des Jahrtausends, denn hier werden einem enorm viele Fights geboten, wie man sie bisher noch nicht kannte, und dies liegt ganz klar an dem unglaublichen Hauptdarsteller Tony Jaa, denn wie dieser Mann fightet ist der pure Wahnsinn – einfach atemberaubend göttlich. Die bekannten Drähte oder gar Spezialeffekte gibt es hier nicht, sondern der Kampfsport wird zu seinen harten, realistischen Wurzeln zurückgeführt. Und die Story vom Diebstahl des Kopfes der heiligen Dorfstatue, die den jungen Helden mit Gangstern konfrontiert, ist eher simpel gestrickt, aber auf die kommt es ja auch gar nicht an, sondern auf die technisch virtuose Handhebung der vielen genialen Fights – sowohl in kämpferischer als auch filmischer Hinsicht!


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