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Crying Freeman - Der Sohn des Drachen (1995)

Eine Kritik von Kane McCool (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 11.01.2005, seitdem 362 Mal gelesen


"Crying Freeman" ist ein Glanzstück an gut inszenierter Action mit der passenden Atmosphäre. Selten war Mark Dacascos (Der Pakt der Wölfe) besser als hier.

Zufällig beobachtet die junge Emu (Julie Condra), wie der Killer Yo (Mark Dacascos) eiskalt einen Mord begeht. Der Mann verhält sich äußerst merkwürdig: Er stellt sich der Zeugin höflich vor - und verschwindet dann. Emu findet heraus, dass dieses Ritual eine Ankündigung ist: Sie wird sein nächstes Opfer sein. Die junge Frau hat jedoch keine Angst, im Gegenteil: Sie wünscht sich zu sterben. Als der Killer in ihrem Haus aufkreuzt, äußert sie einen letzten Wunsch: Er soll ihr erster und letzter Liebhaber sein. Als sich die beiden näher kommen, lüftet sie Yos schreckliches Geheimnis.

Hier arbeitete Mark Dacascos zum ersten Mal mit "Der Pakt der Wölfe"-Regisseur Christophe Gans zusammen und schon hier sieht man, dass Dacascos zu Hochform auflaufen kann, wenn er mit dem Mann zusammen arbeitet. Viel muss Dacascos hier allerdings auch nicht machen. Reden tut er wenig, vielmehr ist er ein Mann der Tat. Und dass er sich in fernöstlichen Kampfkünsten auskennt, das war uns schon bekannt. Ihm zur Seite stand in "Crying Freeman" seine spätere Ehefrau Julie Condra (Junior Pilot), die hübsch aussieht, aber wenig zu tun bekommt. Als einer der Schurken läuft uns mal wieder Tcheky Karyo (Kiss of the Dragon) durchs Bild. Er wickelt seine übliche Bösewicht-Tour ab und mehr braucht er auch nicht. Rae Dawn Chong (Phantom Kommando) wird hingegen mehr als verschenkt und taucht auch nicht häufig auf.

Was soll man zu der Action sagen? John Woo wäre bestimmt begeistert! Denn Christophe Gans' Stil erinnert stark an seine Werke. Man bekommt beidhändige Ballereien und Zeitlupen-Einstellungen zu sehen. Lediglich die weißen Tauben fehlen. Dafür setzt sich der Freeman aber mit allerlei Waffen zur Wehr: von der Pistole über die Pumpgun bis hin zum Katana-Schwert. Das Highlight ist daher sicherlich der Showdown, wo der Katana-Fight stark an "Kill Bill Vol. 1" erinnert. Zudem vermischt der Film westliche Elemente mit asiatischen Elementen. Reale Manga-Verfilmungen kommen ja meistens enttäuschend oder billig daher. Das kann man von "Crying Freeman" aber nicht behaupten. Zwar hat man action- sowie storymäßig einiges schonmal woanders gesehen, dafür wird der Film aber nie langweilig, auch wenn er ab und zu mal ein paar Hänger hat.

Neben "Kill Bill Vol. 1" und "The Matrix" ist "Crying Freeman" einer der besten westlichen Filmen mit asiatischen Einflüssen. Auch wenn der Cast nicht unbedingt oscarreif ist, kann man wegen der einigermaßen ordentlichen Story und der klasse gemachten Action darüber hinweg sehen.


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