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Crying Freeman - Der Sohn des Drachen (1995)
Eine Kritik von Adalmar (Bewertung des Films: 3/10) eingetragen am 03.10.2005, seitdem 902 Mal gelesen
Inhalt:
Yo (Hey yo! Cool muthafuckin' name, bro!) ist der sogenannte "Freeman". "Freeman" ist chinesisch (da spielt der Film schließlich) und bedeutet "Der Scharfrichter des Ordens der Söhne des Drachens des Paktes der Wölfe" (ach nee, die letzten beiden Substantive sind mir nur gerade so zugefallen). Jedenfalls ist der Mann eigentlich Töpfer und philosophiert gern über die von ihm hergestellten Keramikwaren. Früher hatte er mit seiner ersten Ausstellung ÜBERWÄLTIGENDEN Erfolg, wie er ganz bescheiden seiner spitznasigen Freundin berichtet, aber dann wurde er aus unerfindlichen Gründen von einem Geheimbund zum Scharfrichter ernannt. Eine besondere Ausbildung ist nicht nötig, als Töpfer beherrscht man das Töten halt. Er wird dann noch schnell am ganzen Körper tätowiert und los geht die fröhliche Yakuza-Jagd. Doch jedesmal, wenn er töten mußte, rollt ihm ein Tränchen über die Apfelbäckchen... oooooooooh...
"Crying Freeman" ist einer der Filme, dessen Ende man sofort weiß. Kein Mensch, der sich auch nur ein bißchen in diesem Filmsektor auskennt, wird sich ernsthaft fragen, ob Jojo die Zeugin seiner edlen Missetaten (und das ist die Hauptfrage in diesem Filmchen) beseitigen wird, wie es sein Gebieter (und der gekränkte Schönheitssinn des Betrachters) von ihm verlangt. Man fragt sich eher, ob der wackere Töpfer den bösen Gängstern eine Blumenvase über die Rübe ziehen wird, oder ob Julie Condra dieselben mit ihrer spitz aufragenden Nase in Stücke schneidet. Durch ein gerüttelt Maß 08/15-Hochglanz-Actionszenen wird die diesbezügliche Neugierde des Zuschauers befriedigt, aber wirkliche Spannung kommt nicht auf, weil die Zeichnung der Figuren so kloßbrühenklar wie auch unglaubwürdig ist, so daß es keine Frage ist, wer überlebt und wer nicht. A propos Glaubwürdigkeit: Die Hauptfigur wird von einem Tag auf den anderen vom Töpfer zum Super-Mega-Killer, aber nicht ohne ein Übermaß sentimentaler Gefühligkeit zu bewahren, das ihn selbstverständlich davon abhält, seine spitznasige Zeugin in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Man fragt sich nur, wie der Mann es vorher geschafft hat, so perfekt zu killen wie es dort behauptet wird. Das paßt doch alles nicht zusammen. Das hier ist zwar nicht der einzige Film vom Superkiller-Sensibelchen, aber nie ist es mir in so idiotisch überzeichneter Form aufgestoßen wie hier. Der Hauptdarsteller, auch als schweigsamer (weil nichts relevantes zu sagen habender) Indianer aus "Pakt der Wölfe" (der mit dem CGI-Wolf) bekannt, paßt mit seinen überdimensionalen, tränennassen Kulleraugen natürlich hervorragend in diese alberne Rolle. Die anderen Figuren sind teilweise gut besetzt und viel interessanter als die beiden Schmonzettencharaktere der Hauptrollen, können sich aber kaum entfalten.
Handwerklich gut gemachter Film mit einigem Action-BumBum, das jedoch durch triefenden Kitsch und krasse Unglaubwürdigkeit nur wenig Vergnügen macht.
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