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Crying Freeman - Der Sohn des Drachen (1995)
Eine Kritik von Porcupine (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 28.09.2006, seitdem 361 Mal gelesen
Hier haben wir einen der Filme, den ich sehen wollte, seitdem ich Filmfan bin. Die Geschichte über einen Töpfer, der zum Freeman auserwählt wurde, zum Sohn des Drachen, einer Vereinigung, die im Clinch mit den Yakuza steht.
Christophe Gans liefert uns dabei lange vor "Der Pakt der Wölfe" perfekt choreographiertes, actionreiches, aber gleichsam melancholisches und poetisches Unterhaltungskino, das sich insofern von anderen Filmen des Genres unterscheidet, dass hier wirklich auch Wert auf Gefühle gelegt wird. Jo, der Sohn des Drachen, wurde gelehrt und befohlen, zu töten. Nun soll er den Sohn eines Yakuza-Oberhauptes erledigen, wobei er Emu O'Hara, eine Malerin, über den Weg läuft. Nun ist es Gesetz, dass Jo auch Emu töten muss, da sie diesen bei dessen Arbeit gesehen hat. Die Beiden verlieben sich aber sofort ineinander und so ist es Jo langsam Leid, sinnlos unschuldige Menschen zu töten. Nach langem inneren Kampf beschließt er, sich sowohl gegen die Yakuza, deren Leute er nach und nach dezimiert, als auch gegen die Söhne des Drachen zu stellen. Aus Liebe zu Emu beginnt er einen schier aussichtslosen Kampf gegen so ziemlich jeden.
"Crying Freeman" ist mehr als nur ein sinnloser Actionreißer. Von Anfang an setzt er viel Wert auf Tiefgang, was den Killer Jo angeht. Er ist innerlich zerrissen von all dem Unrecht, das er selbst den Leuten antut. Als er dann auch noch einer absolut unschuldigen Frau über den Weg läuft, die er ebenfalls töten muss, wagt Jo zum ersten Mal, sich gegen die goldenen Regeln der Drachensöhne zu stellen. Was von diesen wiederum überhaupt nicht gern gesehen wird. Zudem hat er die Yakuza am Hals, da Jo nicht nur diesen Yakuza-Sprössling, sondern auch dessen Vater auf dem gewissen hat. Noch dazu kommt ein korrupter Polizist, der mit den Yakuza zusammenarbeitet und Jo innerhalb 48 Stunden schnappen soll. Und schon bald ist ersichtlich, dass es nicht nur darum geht, den Freeman zu töten, sondern auch um Macht und Habgier.
Dass der Film auf einem Comic basiert, merkt man nicht allzu oft, wenn man mal von den zahlreichen Kämpfen und Schießereien absieht, aus denen Jo meist allein dennoch gegen eine Überzahl an Gegnern ohne Weiteres als Sieger hervorgeht. Diese Szenen sind jedoch perfekt choreographiert und Christophe Gans spielt gekonnt mit Zeitlupensequenzen, die mitsamt wirklich schön klingender Musik sehr gut die melancholische Grundstimmung des Filmes einfangen. Langsam und beträchtlich geht es los, selbst die actionreichen Szenen des Films sind meistens in Zeitlupeneinstellungen gehalten und mit toller, sentimentaler Musik unterlegt. Marc Dacascos spielt wohl die Rolle seines Lebens, denn ich persönlich halte ihn für die perfekte Besetzung dieser Rolle. Und zum Schluss macht der Freeman seinem Namen alle Ehre und darf endlich frei sein.
"Crying Freeman" ist wunderbare Actionunterhaltung, mit einem Schuss Romantik und einer Prise Melancholie, wobei die Actionszenen vollends überzeugen können. Die Tatsache, dass mich die Thematik derartiger Filme grundsätzlich nicht ganz so interessiert und der Schnitt meines Erachtens teilweise missraten ist, lassen eine höhere Bewertung nicht zu.
8/10 Punkte
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