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Crying Freeman - Der Sohn des Drachen (1995)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 02.04.2002, seitdem 829 Mal gelesen


„Crying Freeman“ ist eine bildgewaltige Mangaverfilmung, in welcher der B-Film erprobte Mark Dacascos („Drive“, „Sabotage – Dark Assassin“) seine erste A-Rolle bekam.
Emu O’Hara (Julie Condra) beobachtet wie der Freeman (zu deutsch: Killer), der bis zu seiner Berufung als Freeman der Töpfer Yo (Mark Dacascos) war, den Sohn eines Triadenbosses ausradiert, als sie gerade beim Malen ist. Der Anfang ist filmisch sehr schön gemacht: Die nette Waldatmosphäre, das ruhige Flair (auch in der Jagd- und Mordsequenz liegt eine bizarre Ruhe) und die Brillanz der Bilder schaffen schon mal einen schönen Beginn für „Crying Freeman“. Hinzu kommt die einfühlsamen Details der Vorlage: Der Freeman vergießt z.B. für jedes erledigte Opfer eine Träne oder sagt Emu seinen Namen (was bedeutet, dass sie sein nächstes Opfer sein wird).
Emu soll von dem Freeman getötet werden, hat sich aber in dem Killer verliebt. Auch Yo fühlt seine Verbindung zu Emu, soll sie aber liquidieren. Doch zuerst steht der Triadenboss, dessen Sohn Yo bereits ermordet hat, auf der Abschussliste: Als Yo ihn erledigt, hetzt er sich allerdings den korrupten Detective Netah (Tcheky Karyo) auf den Hals. „Crying Freeman“ bleibt trotz seines Genres ein ruhigerer Film; die Ermordung des Triadenmannes wirkt wie ein kurzer Ausbruch. Hierbei ist die Action furios (akrobatische Sprünge, Zeitlupen etc.) und zeigt gleichzeitig die Prinzipien des Freeman auf. Herbeieilende Polizisten werden mit Schüssen in die Beine ruhig gestellt, während er kein Erbarmen mit dem Triadenchef und dessen Bodyguards hat.

Als Yo nun Emu ermorden will, passiert es: Die beiden verlieben sich und fliehen. Yo will seinen „Job“ an den Nagel hängen, doch seine Organisation, die Söhne des Drachen, will ihn nicht gehen lassen. Gleichzeitig versuchen die Triaden die Söhne des Drachen zu vernichten; Yo und Emu sind dabei Ziele...
Christophe Gans, der zuvor die erste und beste Episode aus dem Episodenhorror „H.P. Lovecrafts Necronomicon“ drehte, wagte sich mit „Crying Freeman“ ins Actiongenre, auch wenn Brian Yuzna den Film mit produzierte.
Nach der guten ersten Hälfte des Films versandet „Crying Freeman“ allerdings etwas. Hier wandelt sich die Ruhe ein wenig in Länge und es fehlt etwas an Spannung, ehe der furiose Showdown anbricht. Hier dreht Christophe Gans dann richtig auf und lässt den vorherigen Mangel an Spannung zum Teil vergessen.

Die Action bietet vor allem Shoot-Outs, lediglich ein paar Nahkampfaktionen gibt es zu bewundern. Die Schießereien sind abwechslungsreich und bieten von Pistolen über Schrotflinten bis hin zu schwerem Kampfgerät wie M 16s jede Menge verschiedene Waffen. Die Shoot-Outs sind gut choreographiert und erinnern ein wenig an John Woo; hinzukommen ein paar Schwertkämpfe z.B. der Finalkampf wird mit Klingen ausgetragen. Diese sind sehr akrobatisch und furios.
Die Schauspieler sind gut, vor allem bei dem aus dem B-Film-Bereich kommenden Mark Dacascos ist man erstaunt. Julie Condra ist auch gut, aber sehr unscheinbar und gerät schnell in den Hintergrund. Tcheky Karyo ist mal wieder ein klasse Bösewicht; seine Rolle ist aber eher klein.
Das Flair ist faszinierend und meist ruhig, wie gesagt. Die stillen Bildkompositionen können begeistern, allerdings sollen sie im sehr substanzlosen zweiten Drittel den Film tragen und das schaffen sie nicht. Hier wäre eine Straffung gut gewesen, den dies ist die einzige, aber große Schwäche des Films.

„Crying Freeman“ ist ein furioser Action-Thriller mit furiosen Kampfszenen und Shoot-Outs, aber einem großen Handlungsloch, was den Spaß dann doch entscheidend trübt.


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