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Tricks (2003)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 15.06.2009, seitdem 524 Mal gelesen
Regie Ridley Scott, Hauptrolle Nicolas Cage, Vertrieb bei Warner – klingt nach einem großen Film, doch „Tricks“ ist ein eher kleines Werk.
Roy Waller (Nicolas Cage) ist ein Ganove, ein wahrer Con Artist, der mit seinem Partner Frank Mercer (Sam Rockwell) kleine Betrügereien durchzieht und dabei durchkommt. Selbst seine zahlreichen Macken und Ticks vermasseln ihm so gut wie nie die Tour. Sauberkeitsfimmel, Zwangsneurosen und dergleichen hat Roy jedenfalls zuhauf, das macht „Tricks“ von Anfang an klar.
Bei einer Sitzung mit seinem neuen Therapeuten erzählt Roy auch von seiner Ex-Frau, die er schwanger zurückließ. Der gute Mann ruft die Ex an und erzählt Roy, dass er eine Tochter im Teenageralter hat. Nach einigem Zögern stellt Roy Kontakt zu Angela (Alison Lohman) her. Die quirlige 14jährige bringt sein Leben durcheinander, man darf sich über Reibereien freuen, wenn der allein lebende Neurotiker auf einmal darauf achten muss, ob jemand im Bad ist.
Auch Roy verändert sich und will nun der Tochter zuliebe den großen Coup landen, zu dem ihn Frank sonst vergeblich zu überreden versuchte. Doch es ist Planung angesagt, denn mit dem zu Beklauenden ist nicht gut Kirschen essen...
„Tricks“ ist ein ziemlich wilder Mix verschiedener Genres. Er ist eine Komödie, witzelt über die Neurosen und Psychosen seiner Hauptfigur, weidet sich an den Situationen, in die Angela ihren Papa bringt. Die Komik ist eher stiller Natur, wirkliche Brüller oder Schenkelklopfer erwartet man da besser nicht. Doch „Tricks“ ist hier recht sympathisch, zieht nie zu sehr über seine Figuren her, will auch gar nicht als reinrassige Komödie funktionieren.
Denn dafür enthält das Gemisch dann zu viele Anteile Drama, versucht Roy als jemanden hinzustellen, der zwar gut in seinem Job ist, aber ansonsten leer: Er sehnt sich nach der Familie, die er hatte, ist unfähig die von ihm angehimmelte Supermarktkassiererin anzusprechen und hat keine Freunde außer seinem Partner Frank. Somit schwingt auch immer etwas Trauriges bei der Sache mit, Roy und seine Crew sind nicht die gut gelaunten Ganoven um Danny Ocean und Co., sondern Leute mit Problemen – leider nicht immer greifbar, denn bis auf Roy wird einem kaum eine Figur nähergebracht. *SPOILER* Auch wenn dies später plotrelevant ist, so wirkt es doch nicht ganz so ganz rund. *SPOILER ENDE*
Natürlich ist „Tricks“ auch Caper Movie, Diebstahlfilm, doch genau hier schwächelt Ridley Scotts Film etwas. Zu oft verlässt man den Plotstrang um den großen Coup um wieder mehr über die Figuren zu erzählen, nur leider erfährt man zuwenig über viele von ihnen, lieber würde man weiter der Planung und Durchführung des Ganzen beiwohnen. Der Coup an sich ist dann fast enttäuschend schnell vorbei, aber es kommt ja noch der große Endtwist, den man aber meilenweit kommen sehen kann – oder vielleicht habe ich persönlich auch nur zu viele Filme dieser Art gesehen. Doch die Auflösung überrascht dann nicht wirklich, der finale Nachklapp hinterlässt irgendwie ratlos mit seinem Auf-die-Tränendrüse-Drücken.
Da ist es dann schade um die schauspielerischen Leistungen aller Beteiligten. Gerade Nicolas Cage war in den letzten Jahren selten so gut wie hier, Alison Lohman und Sam Rockwell spielen ähnlich überzeugend. Dazu kommt dann noch Bruce McGill als cholerischer zu Bestehlender, der mal wieder famos der aggressiven Sack rauskehrt.
„Tricks“ ist wirklich schön gespielt und auch gut in Szene gesetzt, doch über die gesamte Lauflänge hinweg kommt Scotts Film nicht aus den Puschen, will zu viele Genres auf einmal bedienen. Etwas mehr Caper Movie wäre schön gewesen, ein überzeugenderes Ende ebenfalls, denn so hinterlässt „Tricks“ den Zuschauer leider etwas unbefriedigt.
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