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12 Uhr Mittags (1952)

Eine Kritik von Silent Hitman (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 31.08.2002, seitdem 668 Mal gelesen


High Noon ist der Westernklassiker schlecht hin. Er unterscheidet sich stark von anderen, wie John Wayne sie in grosser Menge gemacht hat.

Die Geschichte handelt von Ex-Sheriff Will Kane (Gary Cooper), der mit seiner Frau Amy (Grace Kelly), die Stadt verlassen will, weil er sich gerade zur Ruhe gesetzt hat. Doch wie der Zufall so spielt, erreicht ihn gerade noch die Nachricht, dass sein Erzfeind Frank Miller genau um 12 Uhr mittags mit dem Zug in der Stadt eintreffen wird, um sich mit seinen Komplizen an ihm zu raechen. Wider willen der der ganzen Stadt, einschliesslich Kanes Frau Amy, heftet er sich nocheinmal den Stern an die Brust.
Soweit zur Handlung. High Noon ist ein wirklich sehr emotionsgeladener Film. Gary Cooper spielt naemlich hier einen eher unfreiwilligen Helden. Man sieht wie er allein in seinem Buero hockt und den Kopf auf den Tisch gesenkt hat. Denn er hat Angst und ist verzweifelt. Er ist kein unverwundbarer Held ohne Gefuehle, sowie es in anderen Western immer dargestellt wird. Also macht er sich auf die Suche nach Hilfe. Er hat schliesslich noch ein paar Stunden Zeit bis 12 Uhr - High Noon. Doch so richtig helfen will ihm niemand, ausgenommen ein Jugendlicher und ein Alkoholiker. Auch sein ehemaliger Partner will ihm nicht helfen, er sei denn sie finden noch mehr Leute, die sich der bevorstehenden Gefahr wiedersetzten. Die ganze Stadt ist in Angst und Schrecken versetzt. Alle wollen das Kane seine Sachen packt undverschwindet, zum Wohle aller. Doch Kane weigert sich und die Uhr tickt. Millers Komplizen warten schon am Bahnhof, um ihn abzuholen. Schliesslich kommt es, wie es kommen musste.

Es ist wohl Gary Coopers bester Film, neben Der dritte Mann, und wohl auch sein traurigster. Noch nie wurde in einem Western so auf die Gefuehle des "Helden" eingegangen wie hier. Staendig sieht man, wie Cooper den Traenen nahe, verzweifelt auch der Suche nach Hilfe, durch die Stadt wandert. Dazu im Hintergrund immer trauriger Gesang. Der Film kann einem wirklich zum Weinen bringen, so gut wie das in Szene gesetzt wurde. Kane stoesst in der ganzen Stadt nur auf Abweisung. Alle wollen, dass er abhaut. Als Zuschauer selbst moechte man ihn schon helfen und dabei tickt erbarmungslos die Uhr, die immer wieder eingeblendet wird.
Dann ist es soweit. Die Uhr schlaegt 12. Und genau in diesem Moment heult die Pfeife der Dampflokomotive auf, die den Bahnhof erreicht. In der Szene kann man schonmal mit dem ganzen Koerper zusammenzucken, wenn man es zum ersten Mal sieht. Die ganze Stadt schreckt auf und es kommt zum Showdown.

Fuer die 50er Jahre ist der Film echt genial und ein Meisterwerk. Die schwarz-weiss Atmospaehre ist in dem Film nicht wegzudenken. Genauso wenig der knisterne Ton. Es stimmt einfach alles und alles passt wie die Faust aufs Auge. Und dazu gibt es noch den Gesang vom Gary Cooper im Hintergrund. Einmalig!


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