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President's Man, The (2000)
Eine Kritik von Blade Runner (Bewertung des Films: 1/10) eingetragen am 25.04.2004, seitdem 1141 Mal gelesen
Die Bestrafung von Chuck-Norris-Fans auf TV-Ebene geht in die nächste Runde. Nach „Enter the Hitman“ verbrach wieder Michael Preece, diesmal im Duett mit Eric Norris, Chucks jüngstem Sohn, ein Machwerk, das lieber nicht gedreht worden wäre. So sehr ich „The President’s Man“ auch etwas abgewinnen möchte, außer dass er etwas besser als Chucks Vorgängerfilm ausfällt (was nicht schwer war), bleibt auch in diesem Fall nur das Gefühl einer weiteren Selbstdemontage beizuwohnen.
Hier gibt Norris (Deckidentität: College-Professor uiuiuiui) eine Art James Bond für Arme, der nun schon etwas in die Jahre gekommen ist und nun einen Nachfolger sucht. Als Mann des Präsidenten, der immer einspringt, wenn der mächtigste Mann der Welt irgendwo wen gekillt oder gerettet haben will, sucht er einen Nachfolger. In seiner Grundstruktur folgt die Story der von „Enter the Hitman“. Chuck wird eher die Rolle des Mentors zugedacht, während er mit einem Jungspund konfrontiert wird, dem er alle seine Kniffe beibringen muss.
Die Inszenierung ist wie erwartet sehr, sehr dürftig. Mit Verfremdungseffekten wird nicht gespart, die Kameraarbeit ist eine einzige Katastrophe und von Kampfchoreographie kann eigentlich, dank der hektischen Schnitte kaum noch gesprochen werden. Norris selbst, so sieht es zumindest in seinen wenigen Momenten aus, hat sich in so ziemlich jeder Szene doubeln lassen und wirtschaftet, wenn sein Gesicht mal im Bild ist, auch nur noch mit den Fäusten. Die etwas spektakuläreren Szenen mit dem Stealth-Fighter (Bitte auf die begnadeten Ausstiege achten!) dürften dabei aus irgendeinem Militärvideo entliehen worden sein.
Das Nervige an diesem Film sind aber die stets präsenten, triefenden Patriotismus und Heroismus, die selbst Michael Bay wie einen kritischen Zeitgenossen aussehen lassen. An statt eine Drogenplantage mit Bomben zu bepflastern, schickt man eine Spezialeinheit dort hin, weil sich mitten im Lager eine Grundschule befindet. (Geile Idee, nur ob’s die Amis wirklich jucken würde?). Die Offiziere sind wieder alle verbohrt, im Knast gibt es glatzköpfige Übelmenschen und Chucks auserwählter Ziehsohn ist von sich selbst recht überzeugt, besitzt aber zu viel Menschlichkeit. Moment, muss kurz den Würgreiz unterdrücken.
Ok, weiter geht’s. „The President’s Man“, für den sogar Soon-Tek Oh (u. a. Miesling aus „Missing in Action II“) und Stuart Whitman (wollten wohl alle die Rente aufbessern?) wieder aus der Mottenkiste heraus gezaubert wurden, ist nicht mal unfreiwillig komisch, sondern ein dreistes Stück Zelluloidverschwendung, an dem nicht mal Fans der sparsamen Actioner Spaß haben. Die Geschichte hätte jeder Grundschüler zurecht kritzeln können und selbst Albert Pyun hätte die Regiearbeit besser ausführen können. Wie schon Chuck Norris voran gegangene Filme, ist auch das hier noch eine müde Rentensicherung, mit der er seine Fans verarscht.
Fazit:
Großer Humbug! Wer nicht weiß, wo er mit seiner Zeit hin sollte, darf sich dieses Machwerk gern zu Gemüte führen. Allen anderen rate ich ab – besonders den Norris-Fans. Dagegen sehen aktuelle Filme von van Damme, Seagal und Lundgren wie Oscarverdächtige Kassenschlager aus. Extrem mieser TV-Actioner….
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