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Experiment, Das (2001)
Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 9/10) eingetragen am 03.10.2006, seitdem 519 Mal gelesen
Und da sagt noch Einer die Deutschen können keine guten Filme machen. Man muss dazu agen, dass Deutschland sich im Kampf mit anderen Ländern, wenn es um Filme geht nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, aber " Das Experiment " ist einer der besten Filme, wo unser Land zum besten gegeben hat, eigentlich hätte man dafür schon einen Oscar abräumen können. Aber " Das Experiment " ist dafür mit ettlichen anderen Preisen 2001 ausgezeichnet worden.
Regie übernahm der talentierte Oliver Hirschbiegel, der sich hier selbst übertroffen hat. Eigentlich ist er eher für die ruhiger und komödiantische Sparte zuständig, dass er einen so knallharten Psychothriller abdrehen kann, das hätte ich ihm gar nicht zugetraut.
Der Film selber stammt von einem Roman welcher " Black Box " heißt und von Mario Giordano geschrieben wurde. So ein ähnliches Experiment soll es einmal wirklich gegeben haben und auch dort ist es zu ettlichen Gewalttätigkeiten gekommen. Mario Giordano hatte es niedergeschrieben und hat auch nun hier am Drehbuch mitgearbeitet.
Produziert wurde der Film von der deutschen Produktionsfirma Senator.
Inhalt:
Als Ex Journalist und Taxifahrer Tarek Fahd ( Moritz Bleibtreu ) eine Annonce mit einem Experiment über zwei Wochen entdeckt, wittert er eine heiße Story und die Chance viel Kohle damit zu machen. Zusammen mit 19 anderen Teilnehmern nimmt er daran teil. Testleiter Prof. Thon ( Edgar Selge ) und seine Assisstentin ( Andrea Sawatzki ) steckt die Gruppe als Wärter und Gefangene in einen nachgebauten Knast um herauszufinden, wie sich Menschen in Extremsituationen verhalten. Doch es gerät bald außer Kontrolle und Gefangene und Wärter liefern sich einen erbitterten Kampf, bis es die ersten Toten gibt.
Wirklich ein packender Trip in seelische Abgründe und trotzdem bleibt der Film bei der Realität. Am Anfang ist noch alles lustig, Wärter und Gefangene vertragen sich gut, Jokes sind auch erlaubt, doch das ändert sich bald. Es passiert das, was in der Realität auch passieren würde. Es entbrennt ein Kampf zwischen beiden Parteien und bald regiert die Gewalt. Waren es am Anfang noch ein paar Schimpfworte und Ligestützen, so endet dies bald in Demütigungen und Prügel. Die Wärter beginnen ihre rollen zu ernst zu nehmen und foltern sogar die Gefangenen. Sogar ein Teil vom Personal wird gefangengenommen, doch die Gefangenen schlagen zurück und bald gibt es auch die ersten Toten.
Ich halte mich hier recht kurz mit meinen Ausführungen, denn diesen Film muss man auf sich wirken lassen. Er wirkt so real, beginnt so fröhlich und endet in einem Blutbad. Die Gefangenen und Wärter prügeln auf sich ein und man bekommt die ein oder Andere blutige Szene geboten. Es geht sogar bis hin zur Vergewaltigung. Zu was wir Menschen doch alle fähig sind.
Atmosphäre und Kulisse sind großartig und man kann die Spannungen zwischen Gefangenen und Wärtern förmlich spüren. Dazu noch die intensive Musik von Alexander Van Bubenheim, welche den Film perfekt untermalt und ihn noch ungemütlicher aussehen lässt.
Außerdem wartet hier eine Menge deutsche Prominenz und jeder Einzelne spielt seine Rolle so perfekt und glaubwürdig, dass man denkt es passiert wirklich.
Vor allem Moritz Bleibtreu als Tarek Fahd, welcher die Wärter immer aufs Neue provoziert und diese sich irgendwann rächen. Er ist der Held des Films und man hätte ihm für seine Rolle hier wirklich einen Oskar geben können.
Sonat noch dabei sind Christian Berkel als Pilot Steinhoff, welcher für die Bundeswehr das Projekt inspiziert und auch später mit Tarek gemeinsame Sache macht.
Edgar Selge als Prof. Thon, Andrea Sawatzki als seine Assistentin und Oliver Stokowski als Schütte.
Die restlichen Darsteller sind nicht so bekannt, spielen aber genauso gut wie die Profis.
Fazit.
Ein Film wie ein Faustschlag ins Gesicht. Hier kommt die grausame Realität ans Tageslicht. Genauso würde es wahrscheinlich ausgehen, wenn man so ein Experiment durchführen würde. Dazu hat man hier die perfekten Darsteller gefunden. Auch die Kulisse ist toll geworden und der traurige Score macht den Rest. Die Spannung ist unglaublich hoch und gegen Ende wird es richtig actionreich. Das Ganze endet in einem tragischen Kampf, welcher seine Opfer fordert. So einen Film müssen die Amis erstmal zustande bringen. Wirklich Respekt vor dieser grandiosen Leistung.
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