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Dead End (2003)

Eine Kritik von Schwarz (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 24.08.2005, seitdem 357 Mal gelesen


Eine Familie ist auf dem Weg zur Weihnachtsfeier bei ihrer Tante, Vater Frank Harrington versucht dieses Jahr eine Abkürzung über eine Waldstraße, abseits des Highways. Abgesehen von einem Beinaheunfall ist die Laune untereinander sowieso schon auf dem Nullpunkt, als sie eine völlig verstörte Anhalterin mit ihrem Baby mitnehmen. Hilfe in einer Jagdhütte finden sie ebenso wenig wie ihre Orientierung zurück, denn das Ortsschild mit der Aufschrift "Marcott" scheint nicht wirklich zu einem Ort zu führen und der langsam vorüberfahrende Leichenwagen, das einzige andere Auto auf der nächtlichen Straße, ist auch mehr als unheimlich... Was zweifellos gut funktioniert ist die Darstellung der Durchschnittsfamilie mit ihren ewigen Streitereien, bei denen die vorweihnachtlichen Nettigkeiten, die sie sich an den Kopf werfen, nicht ohne schwarzen Humor daherkommen. Andererseits scheint "Dead End" gespickt mit Ungereimtheiten und unglaubwürdigen Begebenheiten, die am Ende nur noch so aufgelöst werden können, wie es schon tausende andere Horrorfilme, die festgefahren waren, zu Hilfe nahmen. Wer würde schon auf die Idee kommen, aus Platzgründen zunächst mal die Tochter Marion (Alexandra Holden) allein im düsteren Wald abzuparken oder wie der aufmüpfige Sohn Richard erst einmal dort onanieren zu gehen? Dabei streut das Drehbuch der beiden Franzosen immer wieder klassische Gruselelemente ein, die junge Maid im weißen Nachthemd, ein herrenloser Kinderwagen auf der Straße und die unheimlichen Stimmen aus dem Unterholz, im Gegensatz dazu werden die Gemütszustände der zu dezimierenden Familie immer abstruser, besonders die Mutter dreht bis zur Gehirnmassage frei. Ansonsten ist der Einsatz von Kunstblut verhalten, man konzentriert sich auf dunkle Atmosphäre im menschenleeren Wald, statt ausufernde Gewaltakte vor der Kamera zu zelebrieren. Damit füttern die beiden Regieneulinge in ihrer Holywoodproduktion mehr oder minder zusammenhanglos ihre Rahmenhandlung während dieser einen Nacht, um unbehelligt eine schwarze Komödie zu erzählen, die in den Dialogen ungewöhnlich gut ist. Alle Klischees erfüllend tun die potentiellen Opfer nun genau das, was einfach denkbar blöde ist, genau wie die Annahme, dass der Mond aus Käse sein könnte, wie Dad meint. Wie gesagt, am Ende ist alles wieder verständlich, doch in der Auflösung des Mysteriums etwas enttäuschend.

Fazit: Gelungene, selbstironische Horror-Mystery-Persiflage mit prallem schwarzen Humor. Der richtige Horrorfilm für die Weihnachtszeit. 6/10 Punkten


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