Eine Kritik von Cinegate (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 30.11.2005, seitdem 660 Mal gelesen
Zeit für Klassik! Polanskis (Horror-)Thriller stellt rückblickend ein ähnlich wegweisendes "Regie-Speränsken" dar, wie der "Psycho" eines Hitchcock. Wenn sich aussergewöhnliches Talent mit Experimentierfreude und Lakonie zu kombinieren weiss, sind die Weichen für etwas Großes gestellt...
Mit entwaffnender Selbstsicherheit entfaltet Polanski die Geschichte um Rosemarys Schwangerschaft, die in erster Linie formal brilliant ist. Wenig subtil werden die inhaltlichen Indizien verschleudert, um in einem Finale zu gipfeln, das heutzutage natürlich überhaupt nicht mehr zu überraschen vermag und darüberhinaus sogar ins Lächerliche abzudriften droht, wenn er mit seiner Konsequenz nicht so gerade noch die Kurve bekommen würde. Ausserdem wirkt er mit seiner fehlenden "Pointe" mittlerweile fast schon erfrischend "anders".
Es ist einzig Polanskis Verdienst, das "Rosemary's Baby" in seiner Dichte und Gestaltung immer noch einen Genuß darstellt! Nach der "Doris-Day"-Eröffnung entsteht ein interessanter Drive in surrealistische Gefilde, der in den Traum-Sequenzen vielleicht etwas sehr plakativ ausgefallen ist, aber durch sein ansteigendes Maß an "Entrückungen" äusserst geschickt seine unheimliche Atmosphäre aufbaut. Die Bild-Kompositionen sind einfach meisterhaft und gekonntes Spiel mit Licht und Schatten definieren zusätzlich die schönen mehr oder weniger versteckten Andeutungen.
Ein toller "Grusler", der mit seinem Übermaß an Understatement an ähnliche Genre-Highlights von M. Night Shyamalan erinnert. Allerdings fehlt Mr.Night noch so ein Besetzungs-Coup vom Format einer extrem niedlichen Mia Farrow...
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