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High Fidelity (2000)

Eine Kritik von Apollon (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 30.08.2003, seitdem 1009 Mal gelesen


Schön, heutzutage aus der wenig nährhaltigen und von unzähligen Teeniekomödien verunreinigten Genre-Suppe doch einmal eine sympathische Ausnahme herausgelöffelt zu haben. "High Fidelity" ist so ein kleines Bonbon, das noch Wert auf Ehrlichkeit legt. Sehr realitätsnah begleiten wir so Rob Gordon (John Cusack), Besitzer eines Plattenladens, beim Philosophieren über seine Top Five der am schmerzhaftesten gescheiterten Beziehungen.

Chronologisch geordnet erzählt uns Rob mit konstant sanft witzigen Untertönen nun von seinen Erlebnissen mit dem weiblichen Geschlecht, wobei Ex-Freundin Laura noch eine wesentlich wichtigere Rolle in seinem Leben zu scheinen spielt, als er sich zugestehen will. Dramaturgisch wie inhaltlich steckt dabei nicht allzu viel dahinter, doch inszenatorisch ist der präsentierte Verlauf mehr als frisch erzählt. Der Drang zur Kommunikation, zur Einbindung mit dem Zuschauer ist dabei zu jeder Zeit gegeben, wodurch wir nicht nur aktiver in das Geschehen involviert werden, sondern auch die ganze Geschichte selbst viel ehrlicher und natürlicher in Erscheinung tritt. Besonders gelungen ist der harmonische Einklang von Natürlichkeit und Überzeichnung. So sind einige Figuren bewusst extrem geraten, trüben allerdings das realitätsnahe Gesamtbild in keiner Weise.

Neben Monologen besteht der Witz vorwiegend aus spritzigen Dialogen über die Liebe, das Leben, Beziehungen oder einfach nur die Musik, die ebenfalls einen großen Teil in Robs Herzen einnimmt. Die gute alte Vinylplatte kann dabei genauso als Gesprächsstoff dienen, wie "Tanz der Teufel 2", worüber sich der Filmfreund natürlich besonders amüsieren darf. Nebenbei liefert John Cusack schnell einmal eine seiner besten Leistungen überhaupt ab und fungiert für den Film im Ganzen als tragendes Kraftwerk. Unterstützung bekommt er vom ebenfalls exzellent aufgelegten Jack Black. Sehr nett auch die Kurzauftritte von unter anderem Catherine Zeta-Jones, Tim Robbins oder Bruce Springsteen.

Bei alledem darf man aber nicht vergessen, dass "High Fidelity" in einem ruhigen Stil mit sehr überlegtem und bedachtem Humor an den Start geht und keineswegs ein Gagfeuerwerk abfackelt. Wer sich darauf einlässt, bekommt eine sympathische, grundsätzlich auf dem Boden bleibende Komödie geboten.


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