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Ruby & Quentin - Der Killer und die Klette (2003)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 31.07.2008, seitdem 354 Mal gelesen


Obwohl Jean Reno und Gerard Depardieu zu den größten Stars des französischen Gegenwartskinos gehören, ging „Ruby & Quentin“ hierzulande recht schnell unter – was angesichts des Filmes aber nicht so sehr überrascht.
Auf der einen Seite ist Quentin (Gerard Depardieu), ein Trottel wie er im Buche steht, aber immerhin bärenstark. Nachdem er bei dem wohl dusseligsten Versuch eines Raubüberfalls von der Polizei geht es in den Knast, wo der Direktor auf seine Fähigkeit die Leute zu nerven, aufmerksam wird. Mit Regisseur Francis Veber arbeitete Depardieu schon früher zusammen, insofern ist die Rolle des prügelfesten Spaßvogels nur eine Variation früherer Muster, wenngleich er dort lebenslustiger und weniger selbstparodistisch auftrat.
Man sperrt Quentin nach Wemmsereien mit seinen früheren Mitinsassen zu dem verschlossenen Gangster Ruby (Jean Reno), der bei einem Raub mit Komplizen mächtig Knete einsackte und als einziger weiß, wo die Beute liegt. Mithilfe von Quentin will die Polizei Ruby zum Sprechen bringen, doch so nervig der Volltrottel auch ist – er kann Ruby nicht zu unüberlegten Reden hinreißen. Ruby ist natürlich die totale Verkörperung des Reno-Rollenmusters, cool, lässig und unnahbar.

Als Ruby eines Tages flieht, folgt Quentin ihm, da er den abgebrühten Gangster für einen Freund hält. Der möchte die Klette schnell loswerden und die Beute einsacken. Da Quentin jedoch hartnäckig ist, werden beide ins das Treiben verstrickt...
Das Prinzip der ungleichen Partner wurde in Frankreich seit den 70ern durchexerziert, mit Filmen wie „Zwei irre Spaßvögel“ oder „Die Besucher“ konnten auch beide Hauptdarsteller Erfahrung in dem Bereich sammeln und darin mag auch schon ein Grundproblem von „Ruby & Quentin“ liegen: Er bietet wahrlich gar nichts, was man nicht von woanders kennen würde. Leider ist das Altbekannte hier auch erzählerisch kaum ausgereift, es werden Käbbeleien und kleine Actioneinlagen aneinandergereiht, ehe sich die Kumpel dann zum obligatorischen Happy End vertragen und auch sonst alles irgendwie in Ordnung kommt (zumindest halbwegs).
Die Titulierung von „Ruby & Quentin“ als Actionkomödie ist allerdings mehr als gewagt, denn wirklich präsent oder herausragend sind die kleineren Krawalleinlagen sicher nicht. Die Raubsequenz mit Rubys Gang am Anfang ist recht spektakulär, danach gibt es aber nur ein paar Standardverfolgungsjagden und comichafte Prügeleien wie sie in den 70ern sehr populär waren; auch der Showdown ist kurz und recht unspektakulär, weshalb man keine falschen Erwartungen an „Ruby & Quentin“ stellen sollte: Das Gekloppe steht im Dienst der Komik und soll die Angelegenheit ein wenig turbulenter machen.

Tatsächlich ist „Ruby & Quentin“ in seinem Witz auch ganz angenehm, allem Innovationsmangel zum Trotz. Doch Francis Veber kann aufgrund seiner Erfahrung in dem Bereich ein Gespür für Timing aufweisen, gewinnt auch den abgenutztesten Streitereien der Buddys und der x-ten Kloppeinlage noch ein gewisses Amüsement ab, wenngleich nur wenige größere Brüller sind, z.B. wenn Ruby und Quentin sich in Frauenkleidung tarnen, in eine Schlägerei geraten und einige Jugendliche später behaupten, die Finsterlinge seien von Tunten verhauen worden.
Wie bereits gesagt müssen beide Hauptdarsteller vor allem alte Rollenmuster wiederkauen oder bestenfalls leicht variieren, was keinem der beiden viel abverlangt, doch trotzdem spielen weder Depardieu noch Reno gelangweilt, sondern verkörpern ihre Rollen ganz überzeugend. Daneben kommt der Rest des Ensembles recht kurz und begnügt sich damit Stichwortgeber zu sein, wenngleich zumindest ein paar charismatischere Gegenspieler für die beiden nett gewesen wären.

So ist „Ruby & Quentin“ ein Routineprodukt, nicht wirklich schlecht, aber in keinster Weise herausragend. Dank der guten Leistungen von Hauptdarstellern und Regie ganz amüsant, aber kein Film, der groß im Gedächtnis bleiben würde.


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