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Lost in Translation (2003)

Eine Kritik von cheministry (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 06.02.2004, seitdem 348 Mal gelesen


Wenn man schon nicht schauspielern kann, dann wenigstens Regie führen. Sowas in der Art muss sich Sofia Coppola gedacht haben. Zwar vergingen etliche Jahre zwischen ihrem grottigen Auftritt in "Der Pate 3" und ihrem Regieerstling hier, aber es scheint die richtige Entscheidung gewesen zu sein.

Inhalt:
Bob Harris (Bill Murray), seines Zeichens ex-Schauspielstar, ist in Tokio, um einen Werbespot für einen Whiskeyhersteller zu drehen. Die lieblosen Telephonate mit seiner Frau zeigen die Spuren, die sein Job in seiner Ehe hinterlassen haben. Auch die junge Charlotte (Scarlett Johansson) bewohnt das Hotel. Ihr Mann, der als Photograph geschäftlich untwerwegs ist, hat kaum Zeit für sie. Die beiden treffen sich in der Hotelbar und versuchen, sich nicht in der ungewohnten Umgebung zu verlieren.

Der Film ist stellenweise ein kleiner Kulturschock.
Wir beobachten hauptsächlich die zwei Charaktere, die sich in einer ihnen (und uns wohl grösstenteils auch) fremden Welt manchmal hilflos, manchmal ahnungslos, versuchen, zu behaupten. Jeder auf seine Weise.
Bob mit witzigen Bemerkungen, die aber kaum seine Unsicherheit überspielen, die zB bei Charlotte weitaus leichter zu erkennen ist. Dass beide sich verloren vorkommen, können sie nicht verbergen.
Der Film schwebt zwischen Komik und Tragik auf einem hohen Niveau. Dazu noch eine dezente Liebesgeschichte, in der sich leise die Melacholie breit macht. Doch der Gesamteindruck wird etwas getrübt. Denn so ganz durchgängig ist das Konzept nicht; es hängt mal kurz in der Luft. Das zu verzeihen fiel mir nicht schwer, denn man wird mit tollen Bildern belohnt. Weiter strahlt der Film auch eine herrliche Ruhe aus und lädt zum träumen ein. Klingt vielleicht kitschig, aber es ist einfach ein Film zum geniessen.

Fazit:
Interessantes Werk mit 2 hervorragenden Schauspielern, deren Charaktere zwar oberflächlich voller Gegensätze stecken, diese sich aber mit der Zeit verflüchtigen. Und abgesehen von dem gemeinsamen Ziel, sich in der Fremde zu verstehen, finden sie etwas für sich selbst. Kein Mainstream, nur schön. 8/10


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