|
 |

Ansicht eines Reviews
Jurassic Park III (2001)
Eine Kritik von Mr. Barlow (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 11.05.2009, seitdem 276 Mal gelesen
Ich muss dazu sagen, dass ich mehr oder weniger beeinflusst bin, denn mein größtes Hobby in meiner Kindheit waren die Dinosaurier, und sobald ich einen auf den Bildschirm sehe, flackern meine Ohren vor Interesse und Freude. Demnach kann ich Teil III der Jurassic-Franchise gar nicht allzu schlecht finden, wie er immer gemacht wird. Ob das jetzt ein Vor- oder Nachteil ist, lass ich mal offen.
Natürlich ist die Story ehrlich gesagt flach und klischeebeladen. Wer will mir denn erzählen, dass ein Kind mit einem Fallschirm ausgerechnet über dieser Insel abstürzt und da auch noch monatelang überlebt? In einer Welt, wo an jeder Ecke ein Velociraptor lauert, geht doch besonders ein völlig unerfahrendes Kind nach weniger als einen Tag drauf - aber nein! Dieser Junge hier nicht, der entpuppt sich als echter McGyver, kennt Tricks und Tipps aus seinen gesammelten Ausgaben der Micky Maus und spricht altklug was das Zeug hält, um im nächsten Moment heulend und schluchzend seiner Mutter in den Arm zu fallen. Sowas nennt man Dramaturgie!
Sobald der dumme Junge auch gefunden wurde, dreht sich alles um den vielfältigen Artenreichtum von Dinosauriern auf der Insel. Tyrannosaurus Rex hat so eine Art Cameo und wird nach weniger als fünf Minuten auch vom neuen Herrscher des Dschungels kaltblütig umgebracht - Spinosaurus. Das Vieh sieht nicht nur schreckenerregend aus, es ist auch endlich mal was anderes als immer der selbe Rex-Aufguss. Derweil gibt es auch noch unfreundlich gesinnte Pteranodons und ganz schlaue Velociratporen. Warum die im direkten Vergleich zu den ersten beiden Teilen plötzlich anders aussehen und auch um einiges klüger sind, wird zu keiner Zeit erklärt.
Die Charaktere sind durchaus vielseitig, aber auch nach einer gewissen Zeit extrem nervig. Sam Neill gibt uns mal wieder den sterilen Dr. Grant, Tea Leoni die rumbrüllende Mutter und Allesandro Nivola den übertrieben naiven Billy. Von diesem furchtbaren Balg Kevin mal ganz abgesehen - einzig William H. Macy ist durchaus sympathisch, aber soll das reichen für 90min? Ein netter Mensch zwischen vielen faulen Eiern?
Nun hat der zweite Aufguss aber einen großen Vorteil. Er ist extrem spannend. Keine Minute vergeht ohne eine Steigerung des Geschehens, immer wieder wird ein neues Biest vorgestellt. Dadurch wird der Film sehr kurzweilig, und das ist auch gut so. Da vergeht die Zeit wie im Flug - und man vergisst mitunter vielleicht die fehlende Logik und die übertrieben weichen Szenen, wenn man sich zum Beispiel zum gefühlten hunderachtunsiebzigsten mal ganz doll lieben Brachiosaurus' hingibt, die Knuddel-Augen haben und anscheinend nur spielen wollen. Und am Ende fliegen ein paar Pteranodons in die gefährliche Freiheit hinaus... Überblender zum vierten Teil? Dr. Grant scheint es nicht zu stören, der schaut sich das Schauspiel mit beherzter Freude an.
Fazit
Lässt man mal die schlafende Logik weg, bietet Jurassic Park III durchaus kurzweilige Unterhaltung ohne Hänger. Einiges wirkt klischeehaft, manches sogar unkreativ (Von den nervigen Charakteren mal ganz abgesehen), aber bei so einem Film will man doch eh nur Dinosaurier sehen, deswegen stirbt der hohe Anspruch und die kindliche Fazination drängt sich in den Vordergrund.
7,5/10
 | "Surprise me!" BETA |
Zur Übersichtsseite des Films Liste aller lokalen Reviews von Mr. Barlow
Zurück
 |
 |
|