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Tote schlafen fest (1946)

Eine Kritik von deadlyfriend
eingetragen am 04.01.2010, seitdem 302 Mal gelesen


Der Privatdetektiv Philip Marlowe bekommt einen relativ einfach wirkenden Auftrag. Die Tochter des altehrwürdigen General Sternwood wird erpreßt und er soll rausfinden wer dahinter steckt.  Doch schon im Anfangsstadium der Ermittlungen gibt es die ersten Toten.

Howard Hawks, der vor allem durch seine Spätwerke "Rio Bravo" und "El Dorado" mit dem Westerngenre in Verbindung gebracht wird, erschuf 1946 einen Klassiker des "Film noir" und gleichzeitig die beste Romanverfilmung von Raymond Chandler. Mit Humphrey Bogart, der bereits 5 Jahre zuvor eine ähnlich gelagerte Rolle in "Die Spur des Falken" spielte, bekam er die Idealbesetzung für Philip Marlowe. Jeder der in die berühmte Romanfigur von Chandler schlüpfte wurde danach an Bogart gemessen.
"Tote schlafen fest" besitzt alle Zutaten die die "schwarze Serie" benötigt. Ein Netz aus Lügen und Intrigen, umwerfend schöne Frauen und kein einziger Charakter dem man unbedenklich trauen kann. Zusätzlich natürlich den zynischen, verbitterten Antihelden Philip Marlowe, der durch die Nächte von Los Angeles streift. Er ist der Prototyp des Privatdetektivs, wie man ihn in unzähligen Filmen gesehen und während dem Lesen vor Augen hat.
Bogart spielt seine Rolle unnachahmlich. Trocken, cool und immer souverän mit kleinen Nervositätsattacken, wenn es wirklich brenzlig wird. Hinzu kommt natürlich die unvermeidliche "femme fatale" die einmal mehr fantastisch von Lauren Bacall verkörpert wird, die übrigens in der Realität Bogarts Ehefrau war.
Auffällig ist das aber jede Nebenrolle durch eine Schönheit besetzt wurde. Seien es die Mädchen im Casino, Mitarbeiterinnen in der Buchhandlung oder weitere mysteriöse Damen der Nacht, die etwas zu verbergen haben.

Trotz der hervorragenden Zutaten gibt es kleinere Mängel innerhalb der Handlung, die laut Überlieferungen selbst dem Regisseur nicht immer klar war und er zwischenzeitlich den Autor kontaktieren mußte, um nachzufragen. Ob dies stimmt kann ich allerdings nicht bestätigen. Der Plot wirkte aber schon an manchen Stellen etwas überfrachtet, da man sich eine Vielzahl an Namen merken mußte, um den Überblick nicht zu verlieren. Mit ein wenig Konzentration ist dies allerdings absolut zu machen, nur wird nicht jeder Punkt lückenlos aufgeklärt.
Im Gesamtbild macht das allerdings keinen Abbruch. "Tote schlafen fest" ist ein Klassiker wie er im Buche steht und aus der Filmgeschichte kaum noch wegzudenken.


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