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Tanz der Teufel II - Jetzt wird noch mehr getanzt (1987)
Eine Kritik von Apollon (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 07.08.2003, seitdem 564 Mal gelesen
Sam Raimi, heutzutage mit "Spider-Man" oder Sportlerkomödien wie "Aus Liebe zum Spiel" kaum wiederzukennen, drehte 1987 nach dem Erfolg des Erstlings den zweiten "Evil Dead" - Film und schlug diesmal mit ordentlich gepfeffertem, schwarzem Humor eine etwas andere Richtung ein.
Eine wirkliche Fortsetzung zu "Tanz der Teufel" ist dieses Werk eigentlich nicht, denn Ash verschlägt es erneut in die zerfallene Waldhütte, wo er wiederum gesprochene Zeilen des Necronomicon ex Mortis auf Tonband abspielt. Natürlich ruft das den Wald mit seinen Dämonen wieder auf den Plan. Wäre "Tanz der Teufel 2" nun eine Fortsetzung des ersten Teils würde Ash wohl nichts in der Welt erneut an den Ort bewegen, dem er gerade so entkommen konnte (Wenn er es konnte, wir wissen es ja nicht) und wo er seine ganzen Freunde in kleine Häppchen zerstückeln musste. Und dann auch noch das Tonband abspielen? - Nein, so blöd wäre nicht einmal Ash. Dazu kommt, dass die längst zum Zombie mutierte und im Keller vergrabene Frau des auf dem Tonband zu hörenden Wissenschaftlers im Vorgänger noch keinen Auftritt hatte. Also zumindest als eine reine Fortsetzung ist "Evil Dead 2" nicht zu betrachten; besser ist als Remake oder eigenständigen Film.
Das Drehbuch jedenfalls ist, wenn auch die ganze Situation insgesamt recht simpel erscheint, mit seinen vielen Nuancen hier weitaus origineller, denn dieses Mal konzentriert sich nicht alles auf das Abmetzeln von Freunden - mitunter auch, aber eben nicht nur. So führt Ash beispielsweise einen langen Kampf mit seiner dämonischen, ein Eigenleben führenden Hand und zerschlägt Geschirr auf seinem Schädel, haut sich selber auf die Zwölf und macht anschließend noch eine kleine Luftrolle mit Aufschlag auf dem Rücken. Hierbei kann man wahrlich nur den Hut vor Bruce Campbell ziehen.
Was man sich hier insgesamt aber alles einfallen lassen hat, ist absolut erstaunlich. Am besten ist wohl noch das Ersetzen von Ashs abgetrennter Hand durch eine Kettensäge, mir der es dann einem Zombie an den Kragen geht. Der rabenschwarze Slapstick hat hier sehr an Einfluss gewonnen und so ist es um so überraschender, dass der Film atmosphärisch immer noch auf hohem Niveau spielt. Mal gespenstische Stille, dann ein dämonisches Lachen oder mysteriöses Knacken - das alles wertet den Film ebenfalls auf, wie die gegenüber dem Vorgänger beibehaltene Kulisse des Waldes und der alten Hütte. Mit der Kamera werden auch wieder exzellente, beinahe akrobatisch anmutende Einlagen gemacht. So flieht Ash dicht gefolgt von der Linse fast eine Minute vor dem Bösen und windet sich dabei um zahlreiche Ecken.
Die Trickeffekte sieht man ihr Alter zwar an, können aber immer noch überzeugen und haben vor allem zugenommen, was vielleicht nicht unbedingt für die Gewaltszenen gilt, aber auch nicht weiter tragisch ist. Ebenfalls gelungener sind die Masken, sowie die schauspielerischen Leistungen der Darsteller, die größtenteils nicht mehr ganz so dilettantisch agieren.
Wenn man einmal von der eher schwachen Verknüpfung zum ersten Teil absieht und die ausgesprochen einfallsreiche Paarung von Horror, Splatter und Komödie dafür hervorhebt, so kann wohl getrost behaupten, dass "Tanz der Teufel 2" seinen einseitigen Vorgänger noch etwas übertrifft.
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