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Azumi (2003)

Eine Kritik von Adept (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 29.07.2005, seitdem 942 Mal gelesen


Was hab’ ich mich gefreut, als all die positiven Reviews ein modernes Schwertkampf-Spektakel der Superlative ankündigten. Und wie groß war die Enttäuschung, als sich die quälend langen 143 Minuten endlich dem Ende neigten.

Die Story: Zehn Waisen werden von einem Schwertmeister zu Attentätern erzogen und müssen prompt, zum Beweis ihrer Willensstärke, gegeneinander antreten – auf Leben und Tod. Die fünf Sieger begeben sich schließlich mit ihrem Mentor auf eine bedeutende Mission, nämlich die Eliminierung dreier Warlords, die das Land erneut in einen Krieg stürzen wollen.

Während die ersten 45 Minuten noch relativ stimmig inszeniert und dramaturgisch überzeugend daherkommen und auch mal die ein oder andere Gewissensfrage aufwerfen (sind die Kriegherren im Innersten wirklich böse etc.), ist der Rest nichts weiter als teilweise (unfreiwillig?) komisches, schrilles und bescheuertes Japan-Popcorn-Kino.
So erinnern zum Beispiel die von Seiten der Warlords ausgesandten Killer mit dümmlichen Sprüchen und abgedrehten Kostümen an einen Karnevalsumzug. Der Spannungsbogen reißt ab und schlägt zwischen hohlen Dialogen und ermüdenden Kampfeinlagen (weil meist unspektakulär) verzweifelte Wellen, die im Nirgendwo landen. Überhaupt lassen einen die Charaktere kalt und von Charakterentwicklung sprechen wir hier lieber gar nicht. Das Over-Acting der Darsteller ist nett anzusehen, aber hier und da erkennt man doch deutlich, wem Talent fehlt.

Mit gähnender Langeweile schleppen wir uns also zum Endkampf, in dem Azumi ihr Können ein letztes mal unter Beweis stellen kann, denn nicht weniger als hundert Gegner stehen zwischen ihr und der in weiß gekleideten Martial-Arts-Tunte. Doch wieder wirken Kameraarbeit, Schnitt, Choreographie und SFX absolut misslungen. Lediglich die 360-Grad-Vertikal-Umkreisung beim (hoffentlich letzten) Schlagabtausch wertet die bislang selten vorhandene optische Brillanz des Films auf. Schwindelerregend, im Gegensatz zu allem anderen.

Fazit: Eine brauchbare Story wurde spannungsarm, langweilig, unpassend schrill und in den Kampfszenen deutlich weniger spektakulär als erhofft umgesetzt. So bleibt ein Film, den man nicht unbedingt sehen muss, zumal Gorehounds hier eh kaum was zu holen haben. Für diesen missglückten Mix aus Kurosawa und Miike gibt’s

4/10


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