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Azumi (2003)

Eine Kritik von Kenji (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 22.09.2004, seitdem 315 Mal gelesen


Nach einer brutalen Schlacht mit einer gigantischen Zahl von Toten verspricht ein Samurai in Zukunft dafür zu sorgen das es nicht mehr zu solchen Blutbädern kommt und das Übel an der Wurzel zu packen. Also versammelt er 10 kleine Kinder um sich und erzieht sie zu perfekten Schwertkämpfern - weit entfernt von jeder Art von Zivilisation in den Bergen. Die 10 entwickeln eine enge Freundschaft zueinander, verbringen selbst ihre Zeit außerhalb des Trainings gemeinsam und sind glücklich. Dann der Tag der Entscheidung, an dem die Kämpfer entgültig zu Killern werden sollen und ihre letzte Prüfung erhalten. Sie sollen mit demjenigen den sie am liebsten haben und am besten klarkommen ein 2er-Paar bilden - und sie sollen ihren Partner töten, denn ein Killer muss in seinem Beruf manchmal harte moralische und emotionale Grenzen überwinden können. Zähneknirschend und unter Tränen erfolgt die Prüfung, und die 5 Übrigen - darunter Azumi - bekommen den ersten Auftrag. Sie sollen drei Kriegstreiber aus Japan töten, ehe es zu einem Krieg kommen kann. Doch als sie von einem der 3 nur einen Doppelgänger und nicht die eigentliche Person töten, und dieser ihnen gefährliche andere Killer auf den Pelz jagt, eskaliert die Situation.
Die Vorgeschichte von "Azumi" ist schon gefüllt mit einfühlsamen Passagen die auch sehr gut umgesetzt werden. Beispielsweise die Szene als sie alle in einer Reihe stehen, ihren Partner töten sollen, der Meister solange in das Haus geht und alle ratlos dastehen und nicht wissen was sie tun sollen - gefolgt von Schreien die sich irgendwo zwischen Angst, Hass und Verwirrung befinden als sie sich über die toten Körper ihrer ehemals einzigsten Freunde beugen. Die Geschichte entwickelt sich in ihrer Dramatik weiter, als dann einer der 5 Übrigen im späteren Teil der Geschichte vor den Augen der Frau in die er sich verliebt hat, von einem psychopathischen Schwertkämpfer nahezu langsam in den Tod geschlachtet wird, und erreicht ihren Höhepunkt als einer von ihnen schwerverletzt bis zum bitteren Ende gegen die Horden der Feinde weiterkämpft - wohlwissend das er nicht den Hauch einer Chance hat, und schließlich qualvoll zusammensackt und von mindestens zehn Schwertern gleichzeitig durchbohrt wird. Von da an sackt die Atmosphäre wieder und endet in einem Endkampf nach dem Motto "Ein Kämpfer gegen Tausende - und siegreich". Schade eigentlich das der Film recht dramatisch beginnt, und dann in ein fetziges Action-Gemetzel mit etlichen Explosionen abdriftet, und auch nach der finalen Schlacht kein richtiges Ende setzt (kann mir einer sagen wie sie es schafft auf offener See, ohne Boot, völlig trocken auf das Schiff zu springen?). Viel mehr ist es ein ständiges unverknüpftes Hin und Her der Schauplätze, Azumi taucht hier und da auf, und man durchschaut nicht so recht warum überhaupt. Vielleicht hätte man nach dem Regenfall am Ende einfach aufhören sollen.
Viele Stellen im Film auch relativ "billig" gehalten. Viel zu oft merkt man den Szenen zu leicht an das sie in einem Studio gedreht wurden, und einige der Kostüme passen kaum in das ganze Szenario hinein. Die - teilweise etwas übertriebenen - Bluteffekte sehen aber ziemlich gut aus und erinnern manchmal ein gaaanz kleines bisschen an Versus. Die Schauspieler haben mir persönlich aber sehr gut gefallen, und auch die Ideen für die Figuren mochte ich. Der teils rockige OST gibt dem Film einen zusätzlichen Charme und lässt ihn nicht so klassisch-mittelalterlich wirken, und auch die Soundeffekte in den Schwertkämpfen sind gut gewählt und geben dem ganzen Geschehen gleich noch mehr Dynamik.
Allerdings sind viele Kämpfe einfach zu "doof" umgesetzt. Wenn Feinde auf die Krieger zurennen sieht man nicht selben das sie in eine völlige andere Richtung schlagen als in die wo der Gegner steht, und dann - "überraschender Weise" - gekillt werden. Aber dadurch gibts halt umso mehr Gemetzel, hier und da fliegt mal ein Kopf oder ne Hand durch die Gegend, in Sachen Gemetzel kommt man in "Azumi" voll auf seine Kosten, auch wenn Splatter-Fans eher enttäuscht sein werden, denn verglichen mit "Versus" ist dieser Film doch recht harmlos.
Wer ein Faible für Samurai, das feudale Japan, Action, und hübsche Protagonistinnen hat, der wird in "Azumi" voll und ganz auf seine Kosten kommen, andere sollten aber auch zumindest einen Blick reinwerfen, schlecht ist er garantiert nicht.

8/10


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