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Zatoichi - Der blinde Samurai (2003)

Eine Kritik von Jesse James (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 01.09.2005, seitdem 450 Mal gelesen


Wo die steppenden Schwertkämpfer zu Hause sind: Mit Takeshi Kitano ins mittelalterliche Japan

Von Takeshi Kitano sind wir ja mittlerweile einiges gewohnt. Der ehemalige Stand-up-Comedian, der seine Karriere als Regiesseur eher dem Zufall verdankt, als er für Kinji Fukasaku ("Battle Royale") während des Drehs von "Violent Cop" einsprang, geht in seinem Streifen gänzlich neue Wege. Statt Yakuza-Thematik und blutigen Shoot-Outs beschert uns Kitano einen fast zweistündigen Trip in das ausklingende Feudalzeitalter Japans.

Beat Takeshi spielt Zatoichi, einen blinden, umherziehenden Masseur; der mit dem Schwert ebenso geschickt ist wie mit seinen Händen. In einem entlegenen Dorf gerät er zufällig an zwei Geishas (Daigoro Tachibana, Yuuko Daike), die auf der Suche nach den Mördern ihrer Eltern sind. In den Mitgliedern der Ginzo-Gang, die mit äußerster Brutalität ihre Macht in der Gegend ausbreitet, glauben die Geschwister, diese gefunden zu haben.

Hierzulande ist die Figur des "Zatoichi" nahezu unbekannt, in seiner Heimat hingegen eine Legende. Seit 1962 verkörperte Shintaro Katsu die Rolle des umherziehenden Schwertkämpfers, der sich für die Schwachen einsetzt, in nicht weniger als 112 TV-Episoden und 26 Filmen, bevor 1989 endgültig Schluss war.

Ehre und Bürde zugleich war es für Kitano, als er sich nach längerem Zögern 2003 bereit erklärte, in die Fußstapfen des verstorbenen Katsus zu treten - allerdings nicht ohne Bedingungen. Kitano bestand darauf, die Heldenfigur auf seine Weise interpretieren zu dürfen.
Heraus kam ein weitaus weniger moralischer und gutmütiger Schwertkämpfer, dessen auffälligste optische Änderung zunächst einmal die blonde Haarfarbe war. Für das japanische Multitalent erwies sich "Zatoichi - Der blinde Samurai" als Glücksgriff. Neben positiver Resonanz aus dem Ausland wurde der Film zu Kitanos komerziell erfolgreichster Regiearbeit, die auch in Japan breite Anerkennung fand, was dem Filmemacher bis dato verwehrt geblieben war.

Fazit: Weniger tiefgründig als bisher erweist sich Kitanos eigenwillige Interpretation klassischer Schwertkampffilme als wunderbare Mischung aus actionreichen, furiosen Schwertkämpfen, einer spannenden traditionellen Rachestory und einer Portion schrägem Humor.


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