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Zatoichi - Der blinde Samurai (2003)

Eine Kritik von Kiste (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 24.12.2011, seitdem 102 Mal gelesen


Ein blinder Masseur ist auf dem Weg zu einem kleinen Dorf, als eine Gruppe von Männern ihn stoppt. Die Gruppe will ihn tot sehen, und weil der blind ist, geht es umso einfacher. Aber falsch gedacht: Der Masseur ist ein Zatôichi, welcher trotz seiner Blindheit ein genialer und starker Kämpfer ist. Und so kommt es, dass der Masseur seine Angreifer tötet und in Ruhe weiterzieht. Ganz in der Nähe: In einem kleinen Bergdörfchen herrscht Angst und Schrecken, denn die Bewohner werden von einem Tyrannen unterdrückt. Als der Masseur dort ankommt, muss er erkennen, was für schreckliche Taten hier vor sich gehen, und so kreuzen sich seine Wege mit denen von dem Geschwisterpaar, welches den Tod seiner Eltern rächen will, was allerdings schon zehn Jahre zurückliegt. Die Täter vermuten sie hier im Dörfchen. Nur langsam räumt der Zatôichi mit den Schergen auf, doch seine Feinde bekommen das mit, und mit dem neuen Leibwächter des Tyrannen scheinen sie auch gut auf ihn vorbereitet zu sein.
Wenn Japans Kunstfilmer Takeshi Kitano einen Samurai Film dreht kann man sich schon vorab sicher sein, nicht auf das typische Eastern Schwertgeplänkel zu stoßen, sondern höchstens darauf das er wieder seine eigenen Wege findet sich dem Thema anzunehmen. Die Figur des blinden Samurais ist in Japan durchaus kein unbekannter und wurde, ähnlich wie der einarmige Boxer, bereits vielfach auf Zelluloid gebannt. Kitano ließ es sich dabei nicht nehmen neben der Regie auch noch das Drehbuch zu schreiben und die Hauptrolle zu übernehmen. Dabei wirkt er eher wie ein alter, gebrechlicher Mann, aber wehe irgendjemand legt sich mit ihm an, dann zeigt er sein wahres Gesicht. Durch seine Blindheit sind seine anderen Sinne dermaßen geschärft, das er beispielsweise riechen kann, das eine der Geishas ein Mann ist, oder am Klang der Würfel erkennt welche Zahlen fallen.
So kommt er zufällig in ein Dorf das von einigen Gangsterbanden herumgeschupst wird und netter Mensch der er ist, nimmt er sich der Sorgen der Dörfler an und macht Schaschlik aus den Tunichguten. Dies geschieht sogar ziemlich blutig, denn alles was man mit einem Schwert abhacken, durchbohren und aufspießen kann, wird auch ziemlich blutig zelebriert. Allerdings geschieht dies eher comichaft, das viele Blut das spritzt ist ist auch für einen Blinden *lol* deutlich als CGI Fontäne erkennbar.
Lineare Erzählweise ist ja bekanntlich nicht Takeshis Stil und so schlägt der Film lieber viele Haken, anstatt die Hauptstoryline durchzuziehen. Manchmal verheddert sich Kitano dabei aber doch gründlich. Was die Person des debilen, ständig schreiend in Kampfmontur rumlaufenden Nachbarsjungen soll, erschließt sich dabei ebenso wenig, wie die vier rhythmischen Reisbauern, die am Schluß sogar die irgendwie deplatzierte Tanznummer anheizen und wohl irgendwie das Äquivalent einer rappenden Street Gang Marke Ostasien darstellen sollen. Dazu kommt das wohl langweiligste Würfelspiel aller Zeiten, das hier stets in Szene gesetzt wird, bei dem man einfach nur raten muß ob die Augenzahl nun gerade oder ungerade ist und von dem beinahe jeder im Dorf nie genug bekommt, da versteh einer die Japaner, aber die schütteln vermutlich auch den Kopf, wenn ein Europäer Kniffel spielt.
Die Kämpfe an sich sind zwar ziemlich blutig aber auch meist ebenso kurz, was besonders am Ende ein wenig enttäuscht. Da baut der Film die finale Konfrontation zwischen Zatoichi und dem gegenerische Topkämpfer auf wie den Showdown zwischen Godzilla und Mechagodzilla und dann ist die Sache nach vielleicht einer knappen Minute gelaufen, aber so ist er unser Kitano, nie das machen was die Leute erwarten. 
Zaoichi ist irgendwie eine seltsame Mischung aus Action und Drama, mit diversen lustigen Elementen. In einer Minute gibts Samuraisushi, in der nächsten mal wieder ein Späschen. Visuell kann Takeshi erneut punkten und der Film macht auch durchaus Laune, wird aber sicher nicht jedermanns Geschmack treffen.
6/10 


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