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Zatoichi - Der blinde Samurai (2003)

Eine Kritik von Crying Freeman (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 04.07.2004, seitdem 1038 Mal gelesen


Es gibt Projekte bei denen ein Regisseur und/oder ein Darsteller nur verlieren kann. Ein solches Projekt war wohl auch Zatoichi, denn erstmals wurde eine der beliebtesten Figuren des japanischen Kinos nicht von Shintaro Katsu, sondern von Takeshi Kitano gespielt, der (anscheinend ganz nebenbei) auch noch auf dem Regiestuhl Platz nahm. Tja.. und letztenendes ging Beat Takeshi doch als Sieger hervor und inszenierte einen wunderbaren Mix aus ruhigen Bildern, furiosen und schnellen Actinsequenzen und einer feinen Prise Humor.

Zatoichi ist ein blinder Wanderer der sich durch Massagen und Glücksspiel über Wasser hält. Von seiner meisterhaften Schwertkapfkunst ahnt man nicht.
Dieser unscheinbare und doch tödliche Geselle freundet sich mit einer Bäuerin an, die ihm vom Krieg zweier Banden erzählt, in den Zatoichi schnell hineingezogen wird.
Zu ihm gesellen sich 2 Geishas, deren Familie vor 10 Jahren von einer der Banden umgebracht wurde.

Kitano überrascht nach Dolls erneut mit einem für ihn ungewöhnlichen Film und zeigt das man die Not zur Tugend machen kann. Denn aus der Not (keiner wollte in die Fussstapfen Katsus treten und Zatoichi spielen) wurde eine Tugend, denn Kitano spielt die Rolle in einer einzigartigen und charmanten Art und Weise. Besonders die eingestreuten Komikszenen sind zu 90% der Verdienst von Japans Multitalent.

Erneut hat Kitano es nicht eilig und lässt sich zeit um die Geschichte in aller Ruhe zu erzählen. Er lässt die Bilder in aller Ruhe auf den Betrachter wirken und ermöglicht ihm so vollkommen in die Welt des Japans im 19. Jahrhundert eintauchen.
Schnell geht es nur innerhalb der ausgezeichneten Schwertkämpfe zu in denen Takeshi auch nicht mit Blut geizt, welches zwar aus dem Rechner stammt, aber erstens ist das seit Ichi und Battle Royal und zweitens gewöhnt man sich auch in diesem Film schnell dran.

Ungewohnt, eigenartig und klasse gemacht sind auch 2 Szenen in denen Menschen bei der Arbeit gezeigt werden, die Arbeitsgeräusche in die Musik einfliessen und das Gesamtbild so stark an die Performance von „STOMP“ erinnert

Durch das Setdesign, die erstklassigen Kostüme und die sehr gute Musik wird die Atmosphäre des alten Japans nahezu perfekt eingefangen und das Gesamtwerk wird klasse abgerundet.

Fazit:
Kitano zeigt erneut warum er zu den beliebtesten öffentlichen Personen Japans gehört. Egal ob als Regisseur oder Darsteller, er macht erneut einen eindrucksvollen Job und zaubert einen Mix aus ruhigen Bildern und blutiger Action und einer kleinen Portion Humor auf die Leinwand.
Absolut empfehlenswert!

9 von 10 Punkten


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