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Blutnacht des Teufels (1971)

Eine Kritik von Maichklang (Bewertung des Films: 3/10)
eingetragen am 16.05.2009, seitdem 401 Mal gelesen


Man mag sich förmlich ausmalen, wie das kurze Gespräch zwischen Regisseur und Produzenten anno 1971 abgelaufen sein muss:
„Alter, wir drehen einen Film mit meiner Rocker-Truppe!“
„Ja und?“
„Die kommen an ein Kloster wo der Teufel ist oder so…“
„Und dann?“
„Mal sehen, gib mir mal noch n Zug…!“

Das könnte zumindest erklären, warum sich einige Biker gegen Ende zu Werwölfen verwandeln, ein Auto im Nichts verschwindet (aber auch nicht vermisst wird) und Gästen frisch gebackenes Brot gereicht wird, obgleich es über deren plötzliche Ankunft keine Hinweise gab.
Die ganze Chose besteht tatsächlich lediglich aus Rockern, die zielstrebig auf dem Wüsten-Highway unterwegs sind, ein wenig herumpöbeln und nur selten abnippeln.

An sich sind nur zwei Figuren von Bedeutung: Anführer Adam und Guru, ein indianischer Typ, der Tarot-Karten legt und eine spirituelle Ader hat.
So gelangt man, nachdem man einen Typen vermöbelt und die Zeche an der Tankstelle geprellt hat, an jenes Teufelskloster. Die Mönche führen ein elendig lang gezogenes Ritual durch, die Tussi des Anführers tanzt nackt mit einer Schlange und dann macht man sich, nicht ohne die Mönche zu vermöbeln, auf den weiterhin ziellosen Weg über die Wüstenstraßen.

Auch wenn zeitgenössische Rock – und Country Songs erklingen und man den Bikern ihre Mentalität durchaus abnimmt, ist es schlicht langweilig, was einem da geboten wird.
Lagerfeuer, allgemeines Abspacken mit leicht schwuler Note, dazu Gesaufe und Guru, der mal wieder Visionen empfängt, meditiert oder den Anführer warnen will, dass der Teufel bereits Besitz von ihren Seelen ergriffen habe.
Was aber an Horror-Elementen zu sehen ist, sind allenfalls zwei, drei kurze Angriffe eines Schattenwesens, das wohl den Teufel darstellen soll, woraus ein kurzer Kehlenschnitt, ein Halsbiss und später ein paar Brennende resultieren.

Das trashige, doch völlig humorlose Kasperltheater nimmt seinen Lauf, als final ein paar zu Werwölfen mutieren und einige ins Teufelskloster zurückkehren und man einfach mittendrin die Credits laufen lässt, da man innerhalb einer schlüssigen Auflösung offenbar nicht weiterkam.
Da kann letztlich nichts Attraktives bei rumkommen, trotz einigem Tittengebaumsels.

Gut, die Kamerafahrten aus der Totalen oder die verharrende mitten auf dem Highway, das sind okaye Elemente, aber die hirnrissige, völlig unlogische Geschichte hält so etwas nicht beisammen.
Ereignisarm und dröge wie der Wüstensand schleppt sich das Geschehen reichlich blutarm und völlig spannungslos vor sich hin und wer bei dem ganzen Blödsinn noch seine Freude haben will, muss sich mit Rockern jener Zeit schon arg identifizieren.

Ansonsten resultiert aus dem Schlamassel eine fade Fahrt durch Nevadas Wüstengegend unter dem nicht näher zu erläuterndem Einfluss des Teufels und dummen Sprüchen.
Nur für extreme Trash-Fans geeignet, die „Easy Rider“ bereits mitsprechen können, sich aber keineswegs gruseln wollen…
3 von 10


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