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Ansicht eines Reviews
Nach eigenen Regeln (1996)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 29.01.2006, seitdem 827 Mal gelesen
Den Film Noir stilvoll wieder aufleben zu lassen gelang nur wenigen Filmen, so wie z.B. „L.A. Confidential“ 1997. „Nach eigenen Regeln – Mulholland Falls“ versuchte es ein Jahr zuvor ebenfalls, scheiterte jedoch.
Los Angeles, 50er Jahre: Max Hoover (Nick Nolte) ist Chef der Hat Squad, einer Spezialeinheit der Polizei. Er und seine Freunde Elleroy Coolidge (Chazz Palminteri), Eddie Hall (Michael Madsen) und Arthur Relyea (Chris Penn) gehen gegen organisiertes Verbrechen vor, in dem sie die Leute von einer Klippe, die sie Mulholland Falls nennen, stoßen und den danach Verletzten ans Herz legen bloß nie wieder zu kommen. Das führt dann zu hämisch-ruppigen Szenen, wenn die Hat Squad mal wieder einen Schurken aufmischt, denn erfreulich kompromisslos ist „Nach eigenen Regeln“ auf jeden Fall.
Der neueste Fall für Hoover und seine Jungs ist der Tod von Allison Pond (Jennifer Connelly), deren Leiche man in der Wüste findet. Die Spuren führen zu einem Armeestützpunkt…
Rein schauspielerisch ist „Nach eigenen Regeln“ eine echte Wonne. Nick Nolte spielt als hart zupackender, aggressiver Cop mal wieder seine Paraderolle. Chazz Palminteri, Michael Madsen und Chris Penn sind als kaltschnäuzige Kollegen ebenso gut, bekommen nur leider etwas wenig Screentime. John Malkovich ist in einer Gastrolle charismatisch wie immer, Treat Williams spielt den arroganten Offizier überzeugend und Melanie Griffith als Hoovers Ehefrau braucht sich nicht hinter der Männerriege zu verstecken.
Ebenfalls sehr schön ist das Flair von „Nach eigenen Regeln“, das nicht nur durch die gute Ausstattung, was Kostüme, Locations und Autos angeht, betrifft, sondern auch den unaufdringlichen Soundtrack. So meisterhaft wie „L.A. Confidential“ oder „Chinatown“ ist „Nach eigenen Regeln“ dabei nicht, aber die 50er werden hier stimmungsvoll wiederbelebt. Auch der rohe Ton weiß zu gefallen, wenngleich man nur wenige von den üblichen Einsätzen der Hat Squad sieht. Doch wenn, dann fliegen Verbrecher über die Klippe oder werden via Überdosis gerichtet.
Weniger Talent als Schauspieler und Regisseur hatte hier jedoch der Drehbuchautor, denn was „Nach eigenen Regeln“ als Plot auftischt ist erschreckend simpel. Spätestens nach der Hälfte des Films hat der Zuschauer schon geblickt, wer Allison wohl gemeuchelt hat und ob General Thomas Timms (John Malkovich) darin verwickelt ist. Großartige Wendungen gibt es nicht und auch an den richtigen Schauwerten mangelt es „Nach eigenen Regeln“ leider auch. Selbst der Showdown kommt ziemlich unspektakulär rüber.
Nebenher bietet„Nach eigenen Regeln“ noch einiges an Subplots. So ist Allison Hoovers frühere Geliebte, was die Sache noch verkompliziert und alsbald zum Zoff zwischen Hoover und seiner Frau führt. Das mag die Hauptfigur zwar halbwegs stimmig vertiefen, doch es bremst den Film wahnsinnig aus, da sich „Nach eigenen Regeln“ hier viel zu lange und viel zu unspektakulär aufhält.
So ist es dann in erster Linie Regisseur und Schauspielern zu verdanken, dass „Nach eigenen Regeln“ nicht zur Schlaftablett verkommt. Doch der Plot hat seine Hänger und ist enttäuschend simpel, wodurch es trotz der netten Grundidee mit der Hat Squad nur gerade noch zum Mittelmaß langt.
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