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Funny Games (1997)

Eine Kritik von Pyri (Bewertung des Films: 1/10)
eingetragen am 16.04.2007, seitdem 866 Mal gelesen


Ganz ganz üble, kryptoreaktionäre Propaganda

Michael Haneke, der verlogene Saubermann, dessen geheuchelte Reife ihm immer wieder die Preise einer sich selbst längst überkommenen europäischen Filmwelt zuflattern lässt - einer Kulturndustrie, die sich selbst feiert obwohl sie überhaupt keinen Grund dazu hat! "Funny Games", der zu früh gedrehte Film zur unsäglichen "Killerspiel"-Debatte in Deutschland, obwohl es das Ego-Shooter-Genre schon fünf Jahre vor diesem Film gab - vorgeblich neutral, wie immer bei Haneke, aber eigentlich Bewahrpädagogik konservativsten Zuschnitts. Etwas, das so auch nur aus Österreich kommen kann, wo der staatliche Rundfunk mit Gerd Bacher einen Intentanten hatte der das Publikum offen zu vermeintlicher Bildung "zwangsbeglücken" wollte, samt einen ähnlich wie Haneke denkenden, willigen Vollstrecker, Axel Corti.
Haneke, der elitäre Gebildete und große Verachter populärer Kultur, gegen den "Fun ist ein Stahlbad"-Adorno schon eher milde wirkt. Anstatt sich neuen Seh- oder Spelgewohnheiten zu öffnen, zu fragen, ob die bloße Darstellung und Thematisierung von Gewalt zu "Unterhaltungszwecken" wirklich eine affirmative Bedeutung hat, trennt er nicht nur autoritär zwischen "E" un "U", sondern will das Publikum eben auch als Mittäter wissen. Hanekes Gewaltdarstellungen beschränken sich stets auf die Akustik seiner Filme, gehen darin aber voll auf - was eine weitere Heuchelei ist. Und Herr Haneke, einmal über ihn nicht als Katalysator von Katholizismus gesprochen: "Exploitation" in der Medientheorie ist eben nicht das gleiche wie in der Ökonomie!
Man muß das Publikum nicht mögen, dem geneigten Seher exploitativerer Werke aber eine Mitwisserschaft zu unterstellen ist so absurd wie perfid: politische Propaganda, die kulturhistorisch weit über die mit zum Teil rassistischer Motivation geführte antimodernistische Behauptung von Szenarien der "Entartung" in teilweise wieder grausigen Vergangenheiten hinaus geht, und das ist es was Haneke so gefährlich macht - nicht, dass SEINE Filme so ernst sind, und dass er mir an MEINEN Filmen und Spielen den "Spaß" nehmen will!
Und, im übrigen: spielen bedeutet IMMER Auch moralisch zu handeln!


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