Zwei Studenten machen sich einen Spaß daraus, eine Familie in deren Ferienhaus zu überfallen und sie über Stunden zu quälen. Da sich der Familienvater, gespielt von Ulrich Mühe, das Bein gebrochen hat, gibt es für sie kaum Chancen, den Sadisten zu entkommen.
Michael Haneke, der immer wieder durch umstrittene Werke wie "71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls" oder "Bennys Video" aufgefallen ist, schießt mit "Funny Games" definitiv den Vogel ab. Doch mal ganz ehrlich: Was soll dieser amoralische und menschenverachtende Müll, der offensichtlich abstoßend wirken soll, aber vermutlich ein wahres Fest für brutale Jugendliche und Hobby-Sadisten ist? Ohne eine größere Exposition wirft er den Zuschauer direkt in dieses merkwürdige Werk, das kaum unterhalten kann, da es dafür einfach zu abstoßend ist. Darüber hinaus werden die eigentlichen Beweggründe der Täter überhaupt nicht klar und, dass die beiden Studenten einfach nur aus Spaß zu brutalen und unmenschlichen Sadisten werden, ist einfach zu unwahrscheinlich, um den Film glaubhaft wirken zu lassen. Darüber hinaus wird das brutale Verhalten der Täter kaum kritisiert, zumal sie am Ende einfach so entkommen und weitermachen können. Außerdem tritt der Film über weite Strecken auf der Stelle, da Haneke die Folterung der Familie unnötig in die Länge zieht. Die Story ist damit schwach und einmal mehr bestätigt sich der traurige Trend, dass alle Filme, die kontrovers diskutiert werden und alle moralischen Grenzen brechen früher oder später zu Kultfilmen avancieren.
Nachdem er bereits bei seinem Drehbuch versagt, leistet Haneke auch bei der Inszenierung schwache Arbeit. Es gibt im Prinzip überhaupt keine Filmmusik und damit auch keine Atmosphäre, der Film ist damit einerseits abstoßend, andererseits aber auch langweilig und trocken. Die Dialoge zwischen den beiden Tätern sind unfassbar langweilig und schwachsinnig und nehmen dem Drama endgültig die Fahrt. Hanekes Film ist meiner Meinung nach eine Ode an die sinnlose Gewalt und damit auf keinen Fall empfehlenswert, auch wenn das Ganze wohl abschreckend, verstörend oder belehrend wirken soll. Immerhin verzichtet der umstrittene österreichische Regisseur auf extreme Gewaltdarstellungen und Splatter-Effekte. Dennoch wird der Film somit keinem seiner Ansprüche gerecht. Er unterhält nicht sonderlich gut, er wirkt kaum verstörend, da er keine Spannung aufbaut wird und der Film somit nicht schockieren kann, er kann die Faszination der Gewalt kaum verdeutlichen, da hierfür einfach die Hintergründe fehlen und zu allem Überfluss ist "Funny Games" auch noch geschmacklos, sinnfrei und amoralisch. Lediglich die letzte Viertelstunde, die wenigstens ein paar Schock-Momente enthält und immerhin im Ansatz verstören kann ist einigermaßen gelungen, aber das kann den Film auch kaum retten.
Ulrich Mühe spielt sicherlich überzeugend und zeigt auch schon vor seiner legendären Meisterleistung in "Das Leben der Anderen", dass er zu den besten deutschen Darstellern gehört. Nur leider kann man dies nicht vom restlichen Cast behaupten, der mittelmäßig bis unterdurchschnittlich spielt. Susanne Lother spielt als Mutter eher mittelmäßig und kann die Angst, die die Familie angesichts ihrer Situation erfahren muss nicht glaubwürdig genug auf die Leinwand bringen und trägt somit dazu bei, dass der Film nicht sonderlich gut unterhält. Arno Frisch und Frank Giering können als sadistische Studenten stellenweise überzeugen, nerven aber mit ihrem emotionslosen und kalten Spiel mit der Zeit.
Fazit:
Im Endeffekt muss jeder selbst wissen, was er von diesem Werk hält, aber ich finde diese Art mit dem Thema Gewalt umzugehen geschmacklos und flach. Darüber hinaus ist der Film langweilig inszeniert und höchstens mittelmäßig gespielt.
28%