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Klasse von 1999, Die (1990)

Eine Kritik von Schwarz (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 04.10.2004, seitdem 586 Mal gelesen


"Class Of 1999" entwickelt eine Zukunftsvision, in der die Gewalt in amerikanischen Schulen eskaliert ist, es gibt bereits gesetzlose Freifeuerzonen, in denen Banden regieren. Um dem entgegenzutreten, wird ein neues Schulmodell an einer Highschool getestet, bei denen ausgesuchte Lehrer mit aller Härte für Disziplin und Ordnung sorgen. Der junge Cody wird frisch aus dem Knast entlassen und will seine Bewährung nicht versemmeln. Seine ehemalige Gang versucht immer wieder, ihn in ihre kriminellen Aktivitäten zu verstricken, sein Ausstieg ist schwer. Dazu frustriert ihn geradezu, wie sein Umfeld, inklusive seiner Familie zu Drogenabhängigen mutiert ist, erst als sich die mörderischen Machenschaften der Lehrer, die in Wirklichkeit Androiden sind, herausstellen, nimmt er Rache für seinen toten Bruder. Mark L. Lester drehte diesen simplen Gang-Actioner mit einer vorhersehbaren Story ab, die gespickt ist mit stereotypen Charakteren. So kann man die Gangmitglieder nicht wirklich ernst nehmen und die Lovestory ist nur allzu typisch (böser Bube will nur das Gute und kriegt die brave Direktorstochter, au Backe). Dazu gibt es haufenweise Schlägereien und Schießereien, die mit viel Pyroeffekten daherkommen, allerdings nur ansatzweise so etwas wie Brutalität verspüren lassen. Vielmehr sind es die aufgesetzten, schon x-mal abgedrehten Gegenüberstellungen und Verbrüderungen, die man schon nicht mehr sehen kann. Auf das schnelle Geld ausgerichtet ist alles, wie es schon immer war, Gute und Böse sind schnell ausgemacht. Mit dieser amerikanischen Art von Moral, die sich letztlich immer durchsetzt, sollte man leben können, um wenigstens den vielen Actionszenen etwas abgewinnen zu können. Vereinzelt lädt diese Fortsetzung von "Klasse Von 1984" sogar zum Schmunzeln ein, wenn z.B. die Raufbolde in ihren Gangkutten (auch schon einen Lacher wert) vom Geschichtslehrer den Hintern versohlt kriegen. Die Besetzung ist geradezu erstaunlich, finden sich doch neben Stacy Keach Malcolm McDowell und Pam Grier ein, die zumindest solide agieren, was man von den Jugendlichen nicht gerade behaupten kann. "Class Of 1999" funktioniert am meisten als Teeniedrama mit hohem Actionanteil, was die flach gezeichneten Charaktere und die Betonung der Bandenkämpfe angeht. Wer auf spannende Sci-Fi-Plots steht, in denen Androiden außer Rand und Band geraten, ist mit dem übermächtigen "Terminator" oder auch dem Klassiker "Westworld" wesentlich besser beraten. Hier wurde lediglich versucht, vom Kassenschlager "Klasse von 1984" in Form eines Sequels zu profitieren.

Fazit: Plattes B-Movie, das mässig unterhält. Nur für Action-Trash-Fanatiker, ansonsten überflüssig. 4/10 Punkten


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