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High Tension (2003)

Eine Kritik von Balboa (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 11.03.2006, seitdem 339 Mal gelesen


!!!ACHTUNG SPOILER!!!
High Tension, der Film, der in den Medien derart gefeiert wurde sowie von vielen Filmkritikern gute Rezensionen erhielt, ist meines Erachtens nach unverdient so hoch bewertet worden.
High Tension, ein Film der durch seine ständige Spannung sowie Brutalität auf sich aufmerksam machte, und durch seinen "einzigartigen Wendepunkt" in der Handlung DER Film schlechthin sein soll, ist meiner Meinung nach übertrieben und er stellt sich somit - zumindest für mich - nicht als Meilenstein des Slasherfilms heraus. Mit diesem Film wurde das Genre nicht neu erfunden und es gibt somit im gesamten Handlungsverlauf auch nichts, was eine Neuheit wäre, wenn man von der Wende im Film absieht.
Dass die Meinungen auseinander gehen bezüglich der Widersprüche sowie Logikbrüche im Film möchte ich nur der Vollständigkeit halber einige heraus stechende Beispiele erwähnen; tatsächlich basiert die Geschichte des Films auf einer Erzählung von Marie, die sich als Geistesgestörte mit einer gespaltenen Persönlichkeit entpuppt. Als Konsequenz daraus kann man daher nicht erwarten, dass die Erzählung exakt und logisch (wahrheitsgemäß) ist. Dennoch sind manche Handlungsstränge derart unlogisch, was für mich zu einer Abwertung des Films führte. Wie man sich nun die Tatsache erklären soll, dass zwei Autos in den Wald gefahren sind, zum einen der Mörder mit einem alten Lieferwagen, der sich dann jedoch als fiktive Person herausstellt, und zum anderen Marie, die ihm mit einem anderen Wagen hinterher eilt, das bleibt dem Zuschauer selbst überlassen. Auch das der Mörder (Marie) in seinem Lieferwagen eine ganze Sammlung von Frauenfotos um seinen Rückspiegel herum dekoriert hat, bringt den Zuschauer auf die falsche Fährte und führt bei der Auflösung des Filmes, als sich herausstellt, dass Marie dieselbe Person wie der Mörder ist, in eine Sackgasse.
Was die Gründe des Mörders angeht, so tappt der Zuschauer bis zum Wendepunkt des Films im Dunklen.
Darüber hinaus enthält der Film auch übertriebene Elemente, zum Beispiel, als Alex Vater mit seinem Kopf in das Treppengeländer geklemmt – und – nachdem eine Kommode von der Seite mit Gewalt gegen seinen Kopf gerammt wird, dieser abgerissen wird. Ein Genickbruch wäre noch für mich Vereinbar gewesen, ein derartiges „Abreissen“ des Kopfes lässt mich jedoch fast auf übernatürliche Kräfte des Mörders à la Toxie (The Toxic Avenger) schließen und verdirbt den seriösen Charakter des Films.
In der Tat ist jedoch die überraschende Wende im Film, bei der sich Marie als die Mörderin entpuppt, meines Wissens einzigartig in der Filmgeschichte und setzt sich zumindest in diesem Sinne von anderen Slasherfilmen ab.

Fazit: Ein Film mit sehr hohem Spannungsverlauf, jedoch mit übertriebenen Elementen in einer teilweise widersprüchlichen und unrealistischen Handlung sowie einem ungewöhnlichen Ende.
Für mich persönlich eher eine Enttäuschung, dennoch für Fans des Genres zu empfehlen.


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