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City Cobra, Die (1986)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 14.04.2002, seitdem 1524 Mal gelesen
„Die City Cobra“ ist ein wahres El Dorado für den Fan von harter 80er Jahre Action – ohne viel Hirn, aber mit sehr viel Fun.
Nach einem Monolog von Stallone, der uns über die Verbrechensrate in den USA aufklärt, geht es auch schon gleich los. Ein Amokläufer stürmt einen Supermarkt, gezeigt wird das ganze mit Zwischenschnitten auf seine Psychobrüder, die Äxte über ihren Köpfen zusammenschlagen. Doch während er wütet und die Polizei den Supermarkt umstellt, trifft der Cop Marion Cobretti (Sylvester Stallone), genannt Cobra, ein. Cobra ist eine Paraderolle für Stallone: Unrasiert und im typischen 80es Look, schwer bewaffnet, mit vielen coolen Sprüchen auf Lager und der Zombie-Abteilung der Polizei zugehörig. Die Mitglieder dieser Abteilung machen die Jobs, die kein anderer will, und so darf Cobra den Psycho auch ohne viel Federlesen umnieten. Ganz in der Tradition von „Dirty Harry“: Die Methoden werden zwar verachtet, aber von den anderen Polizisten gebilligt und alles sehr cool präsentiert.
Was nun folgt ist eine nette Ansammlung von Parallelhandlungen: Der sogenannte Nachtschlitzer, der wahllos Leute tötet, versetzt die Stadt in Angst und Schrecken. Cobra glaubt an mehrer Killer, was (natürlich) richtig ist (es handelt sich um besagte Psychos aus der Eingangssequenz). Zwar ist die Handlung dünn und stellenweise Blödsinn (die Killer wollen eine neue Weltordnung schaffen), aber von Regisseur George Pan Cosmatos (mit dem Stallone auch schon „Rambo 2“ drehte) sehr schön inszeniert worden.
Startschuss zur eigentlichen Story ist die Szene, in der das Model Ingrid Knudsen (Brigitte Nielsen) die Nachtschlitzer bei der Arbeit beobachtet und ins Visier gerät. Cobra und sein Partner Gonzales (Reni Santoni) sollen währenddessen ermitteln, da mal wieder nur ihre Methoden zum Ziel führen. Als die Killer einen Anschlag auf Ingrid verüben, kann sie entkommen und wird unter den Schutz von Cobra gestellt. Von nun an geht’s auf in den Kampf gegen die Mordbuben.
„Die City Cobra“ gehört zu der Sorte von Film, die heutzutage gar nicht mehr gedreht wird: Der Plot ist dünn und der Film trieft nur so vor Machotum, aber dafür gibt es harte Action zu bewundern bis der Arzt kommt.
Die Story ist von geringer Bedeutung, nur bedingt spannend und ziemlich schwach. Stereotypen des Cop-Films werden abgespult und auch das Motiv der Killer (s.o.) ist so lächerlich wie der Name von Brigitte Nielsens Figur. Aber bei „Die City Cobra“ geht es auch mehr um die Präsentation der Story als um ihren Inhalt. Und da ist George Pan Cosmatos erstklassig: Mit viel Coolness und 80er Jahre Flair übertüncht er viele Plotschwächen. Auch die geringe Länge des Films ist nicht optimal, da „Die City Cobra“ nicht ganz so temporeich ist wie andere kurze Reißer der Marke „Showdown in Little Tokyo“.
Die Action bietet in erster Linie derbe Shoot-Outs bis zum Abwinken: Egal ob Cobra mit seinem Colt oder einer MP durch die Reihen der Gegner zieht – als toughe Ein-Mann-Armee macht Stallone eine coole Figur. Wer zudem eine Ehe mit Brigitte Nielsen (nachdem die beiden sich bei den Dreharbeiten zu „Die City Cobra“ kennen gelernt hatten) überlebt, dem macht auch eine Killertruppe nichts aus. Dabei sind die Shoot-Outs zwar etwas unrealistisch (die Gegner schießen ungefähr so gut wie ein einarmiger Blinder), aber gut gemacht. Hinzu kommen einige temporeiche Verfolgungsjagden und ein paar Nahkämpfe.
Musikalisch gibt’s recht typische 80es Mucke auf die Ohren, die mir persönlich sehr gut gefällt. Die tolle Untermalung (u.a. das sehr gelungene „Angel of the City“) trägt sehr viel zur Atmosphäre des Films bei, sofern man diese Musik mag.
Stallone kann zwar gut schauspielern, in „Die City Cobra“ tut er es aber eindeutig nicht. Dafür wirkt er extrem cool in seiner Rolle und man kauft ihm seine extrem machohafte Figur ab. Brigitte Nielsen war noch nie eine gute Schauspielerin und ihre Rolle ist ein ziemlich typisches Dummchen des 80er Jahre Copfilms. Sie stümpert sich dann durch ihre Szenen, fällt aber zum Glück nicht so sehr uns Gewicht.
„Die City Cobra“ ist ein kurzer und kurzweiliger Action-Reißer ohne viel Hirn, aber mit jeder Menge Action und Flair, bei dem eigentlich nur ein wenig das Tempo fehlt.
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