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City Cobra, Die (1986)
Eine Kritik von dreamlandnoize (Bewertung des Films: 2/10) eingetragen am 06.10.2011, seitdem 397 Mal gelesen
Ich liebe das 80er-Jahre-Actionkino - und ich sehe auch gerne Filme, in denen eine Ein-Mann-Armee sämtlichen bösen Motherfuckers das Licht auspustet. Doch "Die City-Cobra" gehört definitiv nicht dazu.
Dass der Film höchstens als Trash angesehen werden kann, lehrt uns schon der Opener. Da überfällt doch tatsächlich so ein Bad Guy einen Supermarkt und das ganze LAPD versammelt sich draußen auf dem Parkplatz. Doch die kommen sich hilflos vor, kennen scheinbar Geiselnahme nur aus dem Theorie-Buch und so sagt der Chef zu seinen Leuten:"Ruft die Cobra".
Dieser Satz sorgt bei mir schon für den ersten innerlichen Brechreiz, der sich noch erhöht, als Stallone aka Die Cobra in seinem Ford Mercury endlich eintrifft - ganz ultracool mit Dreitagebart, Pornosonnenbrille und auf einem Streichholz kauend. Es gehen Gerüchte rum, dass während den Dreharbeiten ca. 150 Streichholzschachteln draufgegangen sind. Ist auch kein Wunder, denn das Kauen auf den Schwefelhölzchen soll wohl so das Markenzeichen der Cobra sein und man zwingt Sly permanent 83 Minuten auf den Dingern rumzukauen.
Hat man den Auftritt überstanden, macht Cobra erstmal im Alleingang den Geiselnehmer platt. Allerdings das "wie" ist hier entscheidend: Der Gangster könnte Cobra dreihundert mal über den Haufen schießen, weil man Stallone recht "cool" rüberkommen lassen will. Er darf drei Minuten Sprüche klopfen, mit der Pornobrille, dem Streichholz und seiner Statur wirken. Jungs, das ist nicht cool sondern peinlich!
Vielleicht ja nur ein missglückter Anfang? Nee, weit gefehlt. Bevor Schießerei an Schießerei folgt, darf sich Stallone mit seinen unfähigen Vorgesetzten rumschlagen, die ihm Selbstjustiz vorwerfen. Ihm zur Seite steht sein Partner Gonzales (Reni Santoni), der noch unlustiger wie Stallone rüberkommt - wenn ich mir genau überlege, der schlechteste Buddy-Witz den ich je gesehen habe. Das Duo darf Brigitte Nielsen vor irgendeiner Sekte schützen, die die Welt verbessern wollen und dafür nur wahllos Leute umbringen? Was das bringen soll oder was das Motiv der Sekte ist, wird nicht weiter erläutert und hat auch keinen zu interessieren, kapische ? Hauptsache es gibt genug Bad Guys, denen man den Arsch versohlen kann.
So reiht sich dann Actionszene an Actionszene, ganze Reihen von Freaks werden kalt gemacht bis das Finale in einem recht blutarmen Film in einer Stahlfabrik endet, in der die Cobra seine Cobra würgen darf und den Obergangster (Brian Thompson) auf den Kranhaken spießt und ins glühende Erz befördert.
Ey, ich brauche bei einer One-Man-Show keine ausgefeilte Story und auch keine Charaktere, die Tiefe besitzen. Aber Stallone spielt hier eine Karikatur eines Helden, sein Partner ist ein Strolch und Brigitte Nielsen war früher definitiv ein Mann. Von den ganzen Onelinern, die Sly zwischen knirschenden Zähnen und Streichholz raushaut, sind peinlich und an Einfallslosigkeit nicht zu unterbieten. Die bösen Buben sind mit Ausnahme des Anführers alle gesichtslos und verkommen wortwörtlich zum Kanonenfutter. "Die City Cobra" würde vielleicht noch als B-Trash durchgehen, wenn wenigstens Spannung vorhanden wäre. Aber auch diese sucht man vergebens.
Man mag kaum glauben, dass dieser Regisseur (George Cosmatos) ein Jahr vorher schon zusammen mit Stallone "Rambo II" abgedreht hat.
2/10
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