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Blumen ohne Duft (1970)
Eine Kritik von Fabse (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 06.10.2005, seitdem 1100 Mal gelesen
Entspannung bekommen manche Leute auch beim „Meiern“, jenes Gewürfel was seit Generationen Abende im Vollrausch sichert. Ich hingegen setze jetzt Mal auf zwei statt sechs Augen und versuche mich beim alternativen Freizeiterlebnis namens „Meyern“. Das kann ja bekanntlich auch was.
Was wir jetzt hier haben? Wenn auch nur ein Einziger posthum laut „Titten!“ schreit wird’s böse! Der Russ Meyer und US-Kritiker-Papst Roger Ebert springen hier auf den 70s Musikfilm Trend auf um das verkommene Hollywood-Hills Treiben zu karikieren und nützliche Aufklärungsarbeit zwischen freaky Drug Content und abgründiger Lebenshilfe zu leisten.
Klar, dass der ruppige Lebensweg einer Girlgroup inkl. dicker Titten im Verlauf in vielen Einbahnstraßen mündet, um sich am Ende im siebten Himmel des verballerten Kitsches wieder zu finden.
Laut den Worten des leider schon (komplett) steifen Russ Meyer, stellen ja seine unduftigen Blumen, seinen wichtigsten Film dar. Ich unterstreiche das mal so, denn auch wenn zum Beispiel die killerige faste Pussycat oder der Prengellose Adolf in „Up“ bei mir auf diversen Lieblingslisten auftauchen, so ist der Drogen- und Sexgeschwängerte Trip durchs Showgeschäft nicht wirklich leicht greifbar und entzieht sich permanent einer Schablonenhaften Genre-Einteilung. Ist das denn nun ein Drama, eine Komödie, ein Musikfilm oder letztem Endes doch ein Sexabenteuer Meyer’scher Prägung? Innerhalb der 106 Minuten, die auf einem niederprasseln war Drehbuchautor Roger Ebert eifrig bemüht jedes noch so aktuelle Thema des vorherrschenden Zeitgeistes unter zu bringen. Eines jedenfalls hat man im prüden Amiland erreicht: Vor uns liegt die einzige Produktion eines Majorlabels die jemals mit dem berüchtigten Zertifikat X gesegnet wurde. Warum das? Hier knallt’s aus jeder Ecke mit Tabu-Themen, die in den US of A wohl mittlerweile immer noch nicht in dieser Fülle gern gesehen werden wollen: Homosexualität, ungehemmte Nacktheit, verdrogter Wahnsinn, ja sogar ein fieses „Endgespläddor“! Was wir daraus lernen? Ein Bentley ist kein Rolls Royce und aus einem Massaker entspringen drei Hochzeiten, die uns belehren, dass manches auch hätte einfacher ausfallen könnte wenn man dem Moloch der Maßlosigkeit entsagen würde. Okay: Ich gebe mal zu, dass möglicherweise eine fies herausgestreckte Zunge da mitspielen könnte. A Star is born: Barbara und der Rest leckt bitte Arsch! Herrlich so was! Tja, was man nicht an der Nase hat, hat man halt an Brustumfang und wem juckt da ein erneuernder Stich in die abgesagte braune Symbolbrut innerhalb der dollsten Farben?
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