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Infernal Affairs II (2003)
Eine Kritik von Onkel (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 13.05.2005, seitdem 228 Mal gelesen
Alle erfolgreichen Filme ziehen schnell eine oder mehrere Fortsetzungen nach sich. So verwundert es auch kaum, daß der grandiose HongKonger Polizethriller "Infernal Affairs" in Windeseile eine Erweiterung fand - nicht in Form einer klassischen Fortsetzung, dafür in solcher eines Prequels, in welchem die inhaltlichen Fundamente der blutigen Triadenkonflikte und der gefährlichen polizeilichen Undercover-Arbeit gelegt werden.
Wie kaum anders zu erwarten, greift aber auch bei "Infernal Affairs" die zweite goldene Regel einer jeden Fortsetzung: Sie erreicht nicht die Klasse des Originals.
Dies hat im konkreten Falle primär zwei Gründe: Zwar treten handlunsgbedingt einige bekannte Charaktere auf, jedoch gelingt es nicht, diese so fesselnd und intensiv in Szene zu setzen wie im zeitlich später angesiedelten Original. Der Zuschauer bleibt größtenteils wirklich lediglich Zuschauer und kann sich nur sehr bedingt mit den Charakteren identifizieren. Hinderlich ist in dieser Hinsicht auch die große Anzahl der agierenden Personen und der ständige Wechsel zwischen denselben, die, ohne jeden erleuternden Prolog, einen Einstieg in den Film äußerst schwierig gestalten - auch in Kenntnis des Orginals. Ein konzentriertes und ungestörtes Verfolgen der Handlung wird somit zur unerlässlichen Vorraussetzung, in der Hoffnung die Abläufe wenigstens in den gorben Zügen zu durchschauen.
Zum zweiten verhindert die sehr wohl komplexe aber etwas altbackende Story ein Erklimmen höchster Wertungsregionen. Großartige Überraschungen gibt es praktisch kaum, nicht zuletzt, weil man in Kenntnis des ersten Filmes in etwa weiss, wohin der Weg der einzelnen Figuren schließlich führt. Letztlich also ein generelles Manko eines Prequels, das logischerweise auch für die "Infernal Affairs" gilt. Allen Unkenrufen zum Trotze ist jedoch insbesondere der wohl ausbalancierte Ausklang des Filmes sehr stimmungsvoll gelungen und bildet einen würdigen Übergang zu den kommenden Ereignissen. Ärgerlich bleibt aber auch hier die Tatsache, daß im Speziellen den beiden für die kommenden Geschehnisse so elementaren "Maulwürfe" nicht in vollem Maße die Aufmerksamkeit zu Teil wird, die eigentlich angebracht gewesen wäre.
Mit einem schlechten Film hat man es beim zweiten Streich des hoch fähigen Regie-Duos Alan Mak & Andrew Lau Wai-Keung jedoch beileibe nicht zu tun. Auch in ihrem Prequel gelingt es den beiden, eine sehr intensive Atmosphäre aufzubauen, die in erster Linie von den sehr düsteren Bildern und dem gleichsam stimmungsvollen wie abwechslungsreichen Soundtrack getragen wird. Weite Teile des Filmes spielen desnachts, triste, meist grünliche Farbtöne domieren die Großstadt-Szenerie des der Machtübergabe an China entgegensteuernden Hongkong. Mangelnde Abwechslung könnte man diesbezüglich monieren, meiner Meinung nach haben Mak und Wai-Keung jedoch genau das Richtige getan, geben den undurchsichtigen Verbindungen von Polizei und organisiertem Verbrechen den exakt passenden optischen Anstrich.
Auch die Actionszenen wissen zu gefallen, wenn gleich sie klar hinter den eigentlichen Film zurücktreten. Geboten werden einige recht blutige Schusswechsel, ein wenig Dresche und nicht ganz so überzeugendes CGI-Feuer. Für einen Thriller in jedem Fall zufriedenstellend, einen Actionkracher sollte man freilich nicht erwarten.
"Infernal Affairs 2" ist ähnlich dem glänzenden Orginal ein hoch atmosphärischer, überzeugend gespielter und mitreißender Polizeithriller zum "darin-versinken". Allerdings kränkelt er im Bezug auf seine zahlreichen Charaktere und die stellenweise vohersehbare Handlung mitunter sichtlich am klassischen Schicksal eines Prequels. Wer den ersten Teil mochte, darf aber auch hier zuschlagen!
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