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Frightened Woman, The (1969)

Eine Kritik von --- (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 20.01.2008, seitdem 787 Mal gelesen


Die junge Dagmar Lassander in den Händen eines misogynen Sadisten. Das klingt schmuddeliger als es ist. Tatsächlich handelt es sich bei diesem kleinen Juwel um einen durchstilisierten kalten Film, der auf Psychofolter setzt anstatt auf die üblichen ritualisierten Sadomasospiele. Ein wohlhabener Mann namens Sayer (Philippe Leroy) arbeitet in der Leitung einer Wohlfahrtsstiftung. Als eines Tages die bestellte Prostituierte ihre Verabredung für das wochenendliche Sexspiel platzen läßt, lädt er spontan die junge Angestellte Maria (Dagmar Lassander) der Stiftung in seine Villa ein, unter dem Vorwand ihr Arbeitsunterlagen für einen Bericht über Sterilisierungen in Indien zu übergeben. Er betäubt sie und macht sie sich mit subtilen und weniger subtilen Methoden gefügig. Es zeigt sich, daß Sayer von der Vorstellung geplagt wird, die Frauen würden sich sexuell emanzipieren und die Herrschaft über den Planeten übernehmen. Er kultiviert seine Körper nach dem Typus des arischen Supermanns. Sie ist zwischen Auflehnung, Flucht und Unterwerfung hin und her geworfen, aber vor allem von einem dominiert: Angst. Klar ist jedoch, daß es Sayer ist, der seine eigenen Ängste vor den Frauen auf diese perverse Weise zu bannen versucht. Schließlich beginnt sie mit einem Versuch die psychische Krankheit zu heilen, ihm die Angst vor der Liebe zu nehmen... Danach wird es etwas langweiliger, das ist aber nur die Vorbereitung auf die Überraschung, die den Zuseher am Schluß erwartet!
Die kalte Designerwohnung, die an sich schon wie ein Gefängnis wirft, und die distanzierte Kamera, unterstützt durch die Photographie-Manie Sayers, machen den Film zu einem ästhetisch-psychologischen Erlebnis. Dazu kommen immer wieder analysierende Kommentare. Z.B. wenn Sayer die Symptome der Angst medizinisch genau auflistet, aber auch wenn im Off aus dem Radio (?) die sexuellen Perversion astrologisch den unterschiedlichen Aszendenten zugeordnet werden.
Dies ist nicht nur die erste Besprechung des Films auf OFDB, sondern auch die erste Bewertung dieses Films, obwohl der Film das Zeug zum Kultfilm hat. Sicher ist er etwa für eine X-Rated-Veröffentlichung zu wenig sleazig - er hat auch nur ein R - , aber alle Freunde des 60/70er Italienkinos sollten diesen Film eigentlich kennen. Die junge Lassander hat übrigens nur geringe Ähnlichkeit mit der späteren, rundlichen (allerdings immer noch sympathischen) Dame. Die tschechisch-deutsche Wahlitalienerin ist in diesem FIlm wirklich perfekt!


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