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Fliege, Die (1986)

Eine Kritik von zeckpetzki (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 04.02.2008, seitdem 536 Mal gelesen


Von der Verwandlung eines Mannes in eine Fliege - 04.02.2008

Schon mit seinen ersten Filmen hat sich Regisseur Cronenberg keinen Deut um Konventionen geschert, immer ging es darum, Auswüchse der Wissenschaft nachvollziehbar dem Zuseher nahezubringen. Gerne auch wird das Motiv der Verschmelzung von Mensch und Maschine verwendet, welches auch in späteren Werken des Regisseurs wiederzufinden ist. Manchmal sind die Filme dabei nur mäßig gut einfach konsumierbar, sie erinnern an vergleichbares Schaffen von Regisseur Lynch, Metamorphosen, seltsame Geschehnisse, nichts also, was dem Durchschnittsseher gefallen könnte.
Aktuell befaßt Cronenberg sich eher mit zwischenmenschlichen Themen, bei denen Gewalt eine große Rolle spielt, und auch dieses Sujet findet sich im Frühwerk „Fliege“ wieder, denn auch dort gibt eine Liebesgeschichte den Rahmen für ein außer Kontrolle geratenes Experiment.

Seth Brundle, ganz großartig gespielt von Jeff Goldblum, hat eine Erfindung gemacht, die die Welt verändern könnte. Teleportation ist möglich geworden, die normale Fortbewegung wird überflüssig werden. Doch um die Experimente an belebten Versuchsgegenständen endgültig zu verifizieren, muß ein Selbstversuch her. Also teleportiert sich Brundle vor den Augen seiner Freundin, der Journalistin Veronica selbst, doch er ist nicht allein in der Teleportkabine, denn eine Stubenfliege hat sich vor der Teleportation hineingeschmuggelt. Das Experiment gelingt, doch das Ergebnis ist unerfreulich, da der Computer die Gene der beiden Probanden miteinander verschmolzen hat. Aus Brundle wird nun langsam ein seltsames Zwischenwesen, halb Mensch, halb Fliege, was sich zunächst in gesteigerter Aktivität, manischem Verhalten und Süßigkeitengier manifestiert. Aber das ist nur der Anfang…dumm auch, daß Veronica von Brundle schwanger ist. Dieser will nun mit seiner Geliebten verschmelzen, doch das ist nicht im Sinne der Dame, die sich wehrhaft zeigt und dem Spuk ein Ende macht.

Langsam beginnt der Film, da möchte man gerne mal ein „Vorwärts“ der Leinwand entgegenrufen, doch kurz nach dem Selbstversuch nimmt der Film Fahrt auf. Zusehends greifen die Künste der Makeup-Abteilung ins Geschehen ein, es wird eklig und glibberig, aber der wahre Horror ist Jeff Goldblum zu verdanken, der den Fliegenmann wirklich ganz prima zum Leben erweckt. Hier ein Zucken, da ein Spucken, kleine Dinge mit großer Wirkung. Und je länger der Film läuft, um so ekliger sind die Effekte, da wird auch gerne mal ein Mensch mit Fliegenspeichel verätzt, man muß die Nahrung ja flüssig machen…dennoch würde ich den Film nicht der Kategorie „Horror“ zuordnen, sondern eher der Science-Fiction, Untergenre „Mad Scientist“, denn obwohl es teils recht widerlich anzusehen ist, was sich da auf der Leinwand abspielt, steht der Wissenschaftler mit seinem Streben nach neuen Welten im Vordergrund. Sicher ein Klassiker und zudem ein sehr interessant gemachter Beitrag zum Genre, der uns wieder einmal zeigt, daß man mit den Naturgesetzen nicht herumspielen sollte - 8/10.


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