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Matrix Revolutions (2003)
Eine Kritik von Chatterbeast (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 12.11.2003, seitdem 354 Mal gelesen
Die Maschinen bahnen sich unaufhaltsam ihren Weg nach Zion. Da die Menschen ihnen kaum etwas entgegenzusetzen haben, scheint der Krieg aussichtslos. Neo ist der einzige, der die Menschheit jetzt noch vor dem Untergang bewahren kann...
„Matrix Reloaded“ wurde für viele Fans des ersten Teils zu einer herben Enttäuschung, hat er doch viele Fragen aufgeworfen und kaum Erklärungen angeboten. Deswegen war es jetzt umso schwerer für die Brüder Wachowski, einen dritten Teil zu schaffen, der auf der einen Seite nicht so pseudointellektuell überladen daherkommt wie sein Vorgänger, auf der anderen die vielen Erzählstränge derart auflöst, dass sowohl Matrix – Fans, als auch alle „Normalsterblichen“ befriedigt werden. Dieses Unterfangen ist leider nur teilweise gelungen, dazu aber später mehr.
Sehr schön ist die Tatsache, dass die philosophische Komponente in „Matrix Revolutions“ nicht mehr bis zum Exzess ausgereizt wird. Natürlich verliert der Film dadurch auch eine interessante Facette, aber im zweiten Teil war doch genau dieser Punkt in vielen Szenen zu überladen und sorgte für einige Verwirrung. Mit anderen Worten: „Matrix Revolutions“ bekennt sich zu seiner Trivialität und versucht nicht, die dünne Handlung durch bedeutungsschwangere Dialoge aufzublähen. Im Prinzip handelt der Film nur von der Schlacht um Zion und demnach gibt es Action satt. Diese ist tricktechnisch derartig eindrucksvoll gemacht, dass man als Zuschauer gerne über die fast nicht vorhandene Rahmenhandlung hinwegsieht. Besonders die „EPU’s“, die ein wenig an die Laderoboter in „Alien 2“ erinnern, sind ein wahrer Augenschmaus. Es fällt wirklich kaum noch auf, dass diese dem Rechner entsprungen sind.
Sehr eindrucksvoll ist auch die Verfolgungsjagd in der echten Welt, als Niobe verzweifelt versucht, den Hafen von Zion zu erreichen. „Star Wars“ stand wohl für diese Szene Pate, nur dass in „Matrix“ alles noch bombastischer und atemberaubender daherkommt. In Punkto Spezialeffekte bildet der Film damit wohl die momentane Speerspitze.
Verwunderlich ist es aber, dass die Martial – Arts Sequenzen sehr heftig reduziert wurden. Es gibt bis auf das Finale und den Anfang fast gar keine Kämpfe „Mann gegen Mann“. Ebenso kommt auch die „Bullet – Time“ Technik kaum vor, was vielleicht auch daran lag, dass diese im zweiten Teil übertrieben oft eingesetzt wurde. Somit wirkt „Matrix Revolutions“ von der Action her viel natürlicher und nicht mehr so „computerspielhaft“, wie sein Vorgänger.
Leider haben es die Wachowski Brüder nicht geschafft, alle ihre Handlungsstränge befriedigend aufzulösen. Zwar bleiben zum Schluss kaum noch Fragen offen, aber gemessen an der Trivialität der Antworten bleibt doch das Gefühl, dass sich die Macher in ihrem eigenen Universum verirrt haben und nun verzweifelt versuchen mussten, alle Ungereimtheiten aufzulösen. Beispiele werde ich nicht bringen, jeder wird selbst entscheiden müssen, ob die angebotenen Lösungen adäquat sind oder nicht. Aber meiner Meinung nach ist es schade, dass die „Matrix“ – Reihe so geendet hat, der erste Teil ließ doch viel mehr erhoffen und hätte vielleicht der einzige bleiben sollen. Zwar sind sowohl Teil zwei als auch der jetzige dritte Teil gute Science – Fiction Filme geworden, zu Klassikern wird es allerdings nicht reichen. Allerdings muss man fairerweise sagen, dass es auch absolut unmöglich war, die Erwartungen zu erfüllen, die an die Fortsetzungen gestellt wurden. Insofern haben die Macher noch das Beste aus „Matrix Revolutions“ herausgeholt.
Wirklich störend waren in dem Film eigentlich nur zwei Dinge: Zum einen das Drehbuch und zum anderen die teilweise schon ekligen pathetischen und kitschigen Szenen. War im zweiten Teil der Grundstock dafür schon in Morpheus’ Rede gelegt, wird ausgerechnet diese Tendenz in der Fortsetzung bis zum Letzten ausgeschlachtet, was teilweise extrem störend wirkt.
Die Szenen, die „traurig“ wirken sollten, werden zudem durch die Dialoge so ins Lächerliche gezogen, dass man eher lachen, als weinen möchte.
Somit kann man als Fazit schließen, dass die Revolution gescheitert ist. Zwar ist dies auf sehr hohem Niveau geschehen, aber die Erwartungen, die an „Reloaded“ und „Revolutions“ gestellt wurden, waren wohl auch nicht zu befriedigen. Unter dem Strich ist „Matrix Revolutions“ ein Lehrstück in Sachen Spezialeffekte geworden, dem es aber eindeutig an Handlung und einem guten Drehbuch mangelt. Spaß macht er aber auf jeden Fall.
7/10 Punkte
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