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Card Player - Tödliche Pokerspiele, The (2004)

Eine Kritik von Dr. Phibes (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 01.08.2004, seitdem 1662 Mal gelesen


Mit Spannung wurde der neue Film von Dario Argento erwartet und wie schon Argentos „Phantom der Oper“ wurde der Film teilweise zerrissen. Zurecht?


Rom, Italien. Die Polizeiinspektorin Anna Mari (Stefania Rocca) bekommt per Email eine Aufforderung, bei einem Online-Pokerspiel mitzumachen und um das Leben einer britischen Touristin zu spielen, die vor einiger Zeit entführt wurde. Maris Chef hält davon gar nichts und so kommt es, dass die Frau vor laufender Webcam ermordet wird. Später findet man ihre Leiche in einen Fluss.
Zum Kommissariat in Rom stößt der britische Polizist John Brennan (Liam Cunningham), der der italienischen Polizei jetzt schon große Vorwürfe macht.
Als der Mörder ein zweites Opfer entführt, spielt die Polizei nun mit, doch ein Kollege verliert das Spiel und wieder wird das Opfer umgebracht. Mari und Cunningham suchen im Untergrund nach einem guten Pokerspieler und finden den jungen Remo, der am Pokerautomaten ein scheinbar unglaubliches Glück hat. Nachdem der Killer auch die Tochter von Maris Chef entführt hat, muss Remo nun zeigen, was er drauf hat. Währendessen bekommt Mari schon Besuch von dem Killer. Nur Brennan scheint eine Spur zu haben...


Ja, was wurde dieser Film verteufelt nach seiner Aufführung. „Der schlechteste Film aller Zeiten von Argento...“ und weitere Zitate waren zu hören, nur vereinzelt gab es auch mal positive Bemerkungen.
Natürlich ist „Il Cartaio“ nicht der Film, den man von Dario Argento erwartet hat. Dazu fehlen halt die tollen Kamerafahrten des Italieners und halt das Salz in der Suppe: Die Morde.
Die Idee mit dem Online-Pokerspiel ist gar nicht mal schlecht, dazu sieht man in einer kleinen Webcam das Opfer, und je nachdem ob die Polizei gewinnt oder verliert kommt das Opfer frei oder wird getötet.
Natürlich verliert die Polizei zunächst, ergo sterben die Opfer. Und hier kommt der große Kritikpunkt, alles passiert im Off. Wer die anderen Filme von Argento kennt, weiß, welche krude Ideen er teilweise hatte, um die Opfer ins Jenseits zu befördern, hier jedoch sieht man davon nichts. Allenfalls ist zu hören, was der Täter mit den Opfern anstellt. Das jeweilige Resultat sieht man nur später als Wasserleiche. Die stammen von Sergio Stivaletti. Wenigstens sehen die Wasserleichen gut aus. Aber bis auf 1-2 Szenen hatte Stivaletti sonst nichts zu tun. Aber wenigstens gibt es zum Ende hin ein wenig mehr Action.

Story und Schauspieler sind wie immer. An der Logik hapert es teilweise, doch daran hat man sich als Argento-Fan doch eh schon lange gewöhnt, wenn man dafür gut unterhalten wurde.
Die Hauptdarsteller Stefani Rocca und Liam Cunningham geben sicherlich ihr Bestes, was im Rahmen ihrer Möglichkeiten liegen und damit muss man zufrieden sein. Auch die Auflösung der Story wird jetzt nicht den großen Aha-Effekt bringen, man kann sich natürlich so einiges denken, wenn man ein wenig entsprechend kombiniert. Aber sind wir ehrlich, es hätte noch weitaus schlimmer kommen können.
Und deshalb muss ich auch sagen, „Il Cartaio“ unterhält trotz der genannten Schwächen. Von der Aufmachung her erinnert “Il Cartaio“ an Argentos frühere Werke wie „L’Uccello dalle piumo di cristallo“ oder „Il gatto a nove code“. Ein spannender Krimi fast ohne explizite Szenen. Wer mit Argentos Frühwerken schon nichts anfangen konnte, wird sicherlich auch mit „Il Cartaio“ nichts anfangen können.

Die Musik stammt aus der Feder von Claudio Simonetti. Auch hier gab es Kritik, die Musik würde nicht zum Film passen. Auch der Meinung bin ich nicht. Sicherlich hätte man wieder erwartet, dass Goblin wieder den Soundtrack zusammenbastelt, aber dem war halt nicht so. Doch auch die Musik von Simonetti hat mir gut gefallen. Sicherlich wird sie kein Ohrwurm werden wie einige Goblin-Tracks, doch passen tut sie auf jeden Fall zum Film.


Fazit: Einen zweiten „Non Ho Sonno“ bekommt man nicht, auch die Effekte nicht. Trotzdem unterhält der Film auf seine Art und Weise, auch wenn man weniger „Argento“ wie sonst.
Deshalb empfehle ich „Il Cartaio“ wirklich nur den Fans, maximal sie werden sich dafür begeistern können. Der Rest wird „Il Cartaio“ nur als 08/15-Krimi abstempeln und dann kommen solche Bewertungen zustande. Nicht der Knaller von Argento, aber sicherlich nicht auch die Gurke, zu dem der Film gemacht wird.


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