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Geistervilla, Die (2003)
Eine Kritik von Ebert (Bewertung des Films: 3/10) eingetragen am 26.01.2004, seitdem 612 Mal gelesen
Die Geistervilla
Vorsicht: massive Spoiler! (die ausreichen, um diesen Müll sich nicht anzutun)
Eddy Murphy, der seit einiger Zeit nur noch Durchschnitt abliefert (so Blödelpossen wie Doktor Doolittle I und II) sollte in diesem Film wohl mal wieder promotet werden, was aber voll in die Hose gegangen ist. In diesem Film stimmt nichts.
Murphy spielt einen Immobilienmakler, der mit seinem Zahnpastalachen jedes Haus verkauft. Seine Frau kommt dabei etwas zu kurz, und deshalb verspricht er ihr und den Kindern einen Ausflug an den See.
Auf der Fahrt dorthin wird er jedoch vom Butler einer alten Villa (des billigen Spukschlosses) angerufen, und gebeten, die Bude zu verkaufen. Geil auf eine fette Provision fährt die ganze Familie hin und wird in eine lächerliche Geistergeschichte verstrickt, die hochnotpeinlich ist.
In der Geistervilla ist nämlich eine schöne Frau umgekommen, durch Gift, und der Schlossherr (ein Geist, aber leicht geistig umnachtet), findet Murphys Schnulle seiner Frau ähnlich sehend. Der peinliche Plot ist vorhersehbar: der Butler versucht mit dem Schlossherrn, beide zu vermählen, um einen Fluch zu brechen.
So viel zum dürftigen Inhalt dieses Schinkens, der, das muss man ihm zu Gute halten, wegen einer niedrigen Altersfreigabe auf jugendfrei macht. Das Ende ist jedenfalls peinlich hoch zehn: alles ist ein Komplott der Butlers, und der darf schön feurig in die Hölle fahren.
Doch der Peinlichkeit nicht genug. Der Geist der toten Frau schlüpft in Murphys Frau, diese schwebt durch die Luft, und die dümmlichen Dialoge beginnen: „ich will dich nicht verlieren, du willst mich auch nicht verlieren“, und ähnliches wird abgeschossen, und es wird auf human gemacht. Dabei ist das Ende lieblos abgekurbelt, so, als sei das Geld alle und der Film müsse zu Ende gebracht werden.
Des Weiteren nervt eine Kugel, in der eine weissagende Schnulle haust, und es gibt einiges Herumgerenne im Haus, ohne Sinn und Verstand. So darf Murphy in einem Spiegel vor seinem eigenen, verfaulten Gesicht erschrecken. Peinlich dabei: er schleicht sich an die Tür, hinter der die Glaskugel steht, und dabei wölbt sich die Tür. Schlimmer geht’s nimmer.
Mir scheint sich hier alles um einen billigen „The Haunting“-Abklatsch zu handeln, denn man hört ab und zu die Stimmen der Toten. Auch das Ende ist wohl irgendwo geklaut, denn alle Seelen dürfen in den Himmel fahren (als weiße Lichtflecke). Und spätestens jetzt fühlt sich der Zuschauer voll verarscht.
Die beste Szene ist die mit den halb verwesten Zombies, die hinter Murphy und seiner Tochter herlaufen. Dabei wird sogar ein verwester Arm in der Tür abgeklemmt, und zappelt auf dem Boden rum. Dass gruselt einigermaßen, und hat Spannung und Timing. Das war’s dann aber auch. Murphy grinst dauernd dumm in die Kamera, seine Kinder spielen ihn an die Wand, und eine nervende Glaskugel gibt dauernd dümmliche Sprüche zum Besten.
Was Rob Minkoff hier geritten hat, weiß nur er selbst, und Disney, die einen Flop nach dem anderen abliefern. Eine Kritik auf „rottentomatoes.com“ kann diesen Schmu am besten beschreiben:
"Director Rob Minkoff, mindful of his PG rating and young target audience, never tries to scare us to the marrow."
Dem ist voll zuzustimmen: selten waren knappe 90 Minuten so langweilig.
Fazit: Eddy Murphy ist weiterhin auf dem absteigenden Ast. Langeweile, dumme Dialoge und jugendfreie Szenen bringen kein Gegrusel, sondern Gegähne. Zudem klaut der Film aus anderen Verschnitten des Genres, und sein Ende ist Krau- und Rüben. Zeit- und Geldverschwendung. Ich rate ab.
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