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Pianeta degli uomini spenti, Il (1961)

Eine Kritik von Schlombie (Bewertung des Films: 2/10)
eingetragen am 01.06.2008, seitdem 256 Mal gelesen


Und wieder mal sichtete ich ein Werk aus dem Science-fiction-Bereich, welches nicht den Weg nach Deutschland geschafft hat. Und das obwohl mit Claude Rains auch eine bekanntere Persönlichkeit mitwirkte. Aber das gab es ja auch schon öfters, man beachte nur mal die vielen Werke mit Lugosi und Karloff, die nie eine deutsche Veröffentlichung bekamen. Bei „Battle Of The Worlds“ hat man auch nicht allzu viel verpasst, das Herstellungsland Italien verrät es ja bereits, ist es doch, zumindest in meinen Augen, eines der untalentiertesten filmschaffenden Länder überhaupt. Und der Regisseur des hier besprochenen Meilensteins ist ohnehin ein Schundfilmer sondergleichen, der uns Filme antat wie „Einer gegen das Imperium“ (eine kurzweilige, unfreiwillig komische Trashgranate), „Das Alien aus der Tiefe“ (einen Ökothriller, bei dem das titelgebende Alien am Schluß auftaucht und wie ein leicht veränderter Bagger aussieht) und „Asphalt Kannibalen“ (ein strunzlangweiliger Film, der gar nicht weiß was er erzählen will und zu welchem Genre er zählen soll).
So war es nicht verwunderlich, dass aus „Battle Of The Worlds“ auch nur Trash zu ernten ist. Claude Rains hat die interessanteste Rolle, überagiert allerdings sondergleichen, dass es immer zwischen gelungen und nervtötend schwankt. Der restliche Cast bleibt blass. Die Spezialeffekte sind ein Witz und deshalb wieder sehr förderlich für den Sehspaß, leider tauchen sie aber viel zu selten auf. Der komplette Film ist ansonsten sehr dialoglastig, bei 80 Minuten etwas zu viel des guten, weil auf der anderen Seite halt viel zu wenig aktiv passiert. Wäre der Charakter des Professors nicht so lustig und halbwegs innovativ (er macht seine Berechnungen z.B. auf Blumenkübeln) wäre das fertige Werk ein reines Einschlafprodukt. Wobei diese Aussage jetzt auch nicht stimmt, denn wäre das Werk noch langweiliger könnte man dennoch nicht einschlafen, weil die Filmmusik einfach extremst grässlich ist. Was einem hier in die Ohren fiepst grenzt schon an einen betäubenden Hörtest, Zuschauerquälerei hoch zehn. Die Vorspannmusik schupst einen damit bereits ins kalte Wasser, beim Titellied allein soll es leider nicht bleiben. Wer sich nach Anschauen von „Battle Of The Worlds“ auch noch den Abspann antut ist es selbst schuld, vielleicht auch einfach sadomasochistisch veranlagt. *g Aber ich denke mal bis zum Filmende schaffen es eh nur die wenigsten Zuschauer. Nicht nur die Musik, auch der Rest der Akustik ist höchst ominös. In diesem Italostreifen hören die meisten Geräusche großteils beim Bildwechsel auf. Das ist insbesondere dadurch drollig, das viele Bildabfolgen sich ablösen um abwechselnd immer wieder das selbe zu zeigen: Rakete (mit Raketengeräusch), Innenraum (Stille), Rakete (mit Raketengeräusch), Innenraum (Stille). Ich wählte dieses Beispiel weil es mir hier als erstes auffiel und ich noch dachte: ok, das hört man drinnen wohl nicht (wobei kleine Geräusche ja dennoch hätten auftauchen müssen). Im späteren Verlauf des Gezeigten sichtet man aber immer öfter vergleichbare Szenen, bei denen sich der Tonwechsel nicht mehr erklären lässt. Ein interessantes Experiment wäre es sicher mal dieses Verfahren bei der heutigen sehr flotten MTV-Videoclip-Ästhetik anzuwenden, es wäre sicherlich interessante Folter fürs Ohr. *g
Fragen wie warum Astronauten beim Begehen eines Planeten in Großaufnahme auf der Stelle gehen müssen, oder warum der Planet auch beim xten Einblenden selbst am Ende noch immer die schockierende Musikuntermalung erhalten muss, die er zur Anfangsphase bekam, wo er noch etwas bedrohliches Neues darstellte, weiß wenn überhaupt nur der Regisseur zu beantworten.
Der fertige Film ist leider nicht sehr unterhaltsam, kann Trashfans allerdings gefallen, wenn man nicht nur über blinkende Lichter und Weltraumszenen schmunzeln kann, sondern auch über vergangene Mentalitäten, merkwürdige Schauspielerei, folternde Melodien (incl. das Lachen über den eigenen Schmerz der einem damit widerfährt *g), schlichte Schnitttechnik, usw. Trotz seines zähen Schauens also einen Blick wert für die ganz harten Trashfreunde.


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