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Tale of Two Sisters, A (2003)
Eine Kritik von RealGeckoBrother (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 06.01.2005, seitdem 672 Mal gelesen
A Tale of two Sisters ist ein Kunstwerk.
Der Film ist viel mehr als nur ein einfacher Spielfilm, er vereint verschiedene Genres. Er ist ein Horrorfilm, dann wieder ein Psychothriller, ein wenig Mysterythriller, am Ende gar ein Kammerspiel über eine kranke Seele.
Mir kam nach dem Ansehen eigentlich nur ein Gedanke, Hitchcock hätte seine Freude gehabt und wäre sehr stolz gewesen.
Bei dem Film stimmt alles, es fängt bei der Besetzung der Rollen an, geht über Kameraführung und Licht bis zur Ausstattung, die Musik nicht zu vergessen. Alles passt stimmig zusammen und erzeugt diese besondere Stimmung, sie schwankt zwischen Melancholie und Wahnsinn, mal trautes Heim dann wieder unheimliches Haus. Der Zuschauer wird sehr sehr lange allein gelassen, allein gelassen mit seinen Ahnungen und Vermutungen, man weiss 75 Minuten nicht recht wohin der Film letztendlich steuert. Dann werden ein Teil der offenen Fragen nach und nach beantwortet, eine filmische Studie einer kranken Seele, perfekter für mich noch nie in Szene gesetzt. Wie kann man ein Review schreiben ohne etwas vorwegzunehmen? Unmöglich!
Wie stelle ich eine Seele dar, die gepeinigt durch Schuldgefühle immer mehr Neurosen und Paranoia entwickelt, letztlich sogar zu einer gespaltenen Persönlichkeit wird? Kim Ji-Woon hat es geschafft diese Seele darzustellen, er versteht es meisterhaft diese Zerrissenheit des Menschen darzustellen. Dies funktioniert natürlich nur mit erstklassigen Schauspielern.
Allen voran Lim Su-Jeong ( spielt die ältere Schwester Su-Mi ) und Yum Jung-Ah ( spielt die Stiefmutter Eun-Ju ) , die beiden Frauen liefern ein beeindruckendes Schauspiel ab. Aber auch Mun Geun-Jeong ( spielt die jüngere Schwester Su-Yeon ) und Kim Kap-Su ( spielt den Vater Mu-Hyeon ) passen perfekt in diesen Film. Wie gesagt ein Film über fast zwei Stunden mit nur vier Hauptdarstellern und nahezu nur in einem Haus gedreht, ein beeindruckendes Horrorkammerspiel.
Die Story des Films werde ich nur ansatzweise beschreiben, sonst braucht man ihn wirklich nicht mehr schauen und die Überraschungsmomente sind dahin.
Der Vater kommt mit beiden Töchtern zum Haus gefahren, scheinbar waren die beiden eine Zeit lang nicht dort gewesen. Im Haus erwartet die Stiefmutter die beiden und sofort wird die Stimmung merkwürdig.
Beide Töchter haben ein gespanntes Verhältnis zur Stiefmutter, wobei die ältere Schwester fast schon krankhaft die Jüngere zu beschützen versucht. Die Situation wird immer angespannter und die Story immer wirrer, der Zuschauer weiss nicht so richtig worum es überhaupt geht. Die Familie scheint eine Menge Leichen im Keller zu haben und diese Leichen führen letztendlich auch zur katastrophalen Auflösung.
Viele Fragen sind am Ende beantwortet, einige bleiben unbeantwortet. Die ganze Auflösung ist am Ende recht unspektakulär, aber der Weg dorthin ist Arthouse-Kino vom Feinsten.
Also immer ganz genau hinschauen :
Wer spricht wann mit wem und warum?
Wo sind plötzlich die Teller hin die umgestossen wurden?
Wer ist eigentlich am Telefon?
Wer liegt warum und wann in welchem Bett mit wem?
Wer ist überhaupt wirklich verrückt?
Fragen über Fragen und die Antworten gibt es nur beim Betrachten des wohl schönsten und besten Horrorfilms Koreas.
Volle Wertung... 10 Punkte.
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