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Tale of Two Sisters, A (2003)
Eine Kritik von GhostShit (Bewertung des Films: 9/10) eingetragen am 08.10.2005, seitdem 921 Mal gelesen
Zwei junge Schwestern kehren nach einem längeren Aufenthalt in der Psychatrie wieder ins Elternhaus zurück, wo sie von ihrem gefühlskalten Vater und ihrer verhassten Stiefmutter empfangen werden. In der vertrauten Umgebung schlummern aber nicht nur schöne Erinnerungen, sondern vor allem verborgene Geheimnisse und alte Traumata, so dass sich der Gesundheitszustand der Mädchen bereits kurz nach ihrer Ankunft wieder zu verschlechtern droht. Fernen wird die Familie von Alpträumen und schrecklichen Visionen heimgesucht...
So: Aus! Mehr über dieses meisterliche Gruselepos preiszugeben, wäre eine Sünde.
Aber Moment mal.... - Asien <---> Grusel - ...das Thema ist doch bereits so abgelutscht wie das beste Stück von Peter North. Oder etwa nicht!?
Zugegeben: In letzter Zeit schwappte ganz schön viel Grusel-Strandgut aus dem Land der aufgehenden Sonne zu uns rüber. "Memento Mori", "Unborn But Forgotten", "The Phone"... - alle surften sie auf der großen "Ringu"-Welle, alle sulten sie sich in düsteren Bildern und schwarzhaarigen Mädchen und alle gabe sie an besseren, heftigeren, gewandteren und intelligenteren Grusel als der Westen zu bieten.
Doch die meisten versprachen zu viel.
Und ich geb zu: Auch A TALE OF TWO SISTERS kommt nicht ohne schwarzhaarige Mädchen aus ;-). Schlimmer noch: Es kriecht gar ein Sadako ähnliches Wesen über die Mattscheibe.
Macht aber alles nix, denn TWO SISTERS kommt mit einer dermaßen intelligenten, verzwickten und fein ausgeklügelten Story im Gepäck daher, dass alle Ringu's und Ju-On's weichen müssen.
Ich will echt nicht zu viel verraten, aber der Schein trügt mal wieder heftigst...
Obendrein gibt's wieder obligatorisch umwerfende Kameraeinstellungen, gekonnte Zooms und meisterliche Cuts und ein düsteres Farbenspiel, wie es uns nur ein Laubwald im Herbst zu präsentieren vermag.
Als Sahnehäubchen wurde das ganze dann noch in einem Bottich voller Melancholie und Tristess ertränkt, so dass stille Momente, ruhiges Erzähltempo und lange Gesprächspausen mal wieder an der Tagesordnung stehen.
Und all diejenigen, die nach Ringu-ähnlichen, Mark und Bein erschütternden Schockmomenten lechzen, können beruhigt sein, denn sie werden in der Nacht nach diesem Film gewiss mehr als einmal einen Routine-Blick in ihren Kleiderschrank oder unters Bett werfen müssen.
Fazit:
Ein Grusel-Melodram, ein gefühlvoller Schocker und die südkoreanische Antwort auf "Memento"!
Schlägt in seinen Bann und lässt nicht mehr so schnell los...
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